Werkstatt und Wohnungen werden saniert

Aufräumarbeiten nach dem Feuer in einer Kfz-Werkstatt vor elf Tagen in Eutin.
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Aufräumarbeiten nach dem Feuer in einer Kfz-Werkstatt vor elf Tagen in Eutin.

Nach dem Feuer an der Elisabethstraße will Jens Giese das Gebäude wieder herstellen lassen / Sanierungsdauer und Schadenshöhe stehen noch nicht fest

shz.de von
16. Juli 2018, 17:30 Uhr

Er habe gute Gespräche in der Woche nach dem Brand geführt, sagt Thomas Jeske. Die stimmten ihn zuversichtlich. Die Werkstatt des Eutiner Kfz-Meisters war vor elf Tagen durch ein Feuer zerstört worden, wie auch einige der Wohnungen in dem Wohn- und Geschäftshaus an der Elisabethstraße (wir berichteten) beschädigt wurden. Hausbesitzer Jens Giese (49) will das Gebäude mit samt der Werkstatt wieder herstellen lassen, wie er gestern sagte.

Die Kriminalpolizei ermittelte und geht von „fahrlässiger Brandstiftung“ als Ursache aus, wie Dirk Asmussen von der Polizeidirektion Lübeck gestern noch einmal bestätigte. Sie gab den Brandort am Montag (9.) wieder frei. Auch Sachverständige der Versicherungen haben sich Jeske zufolge schon ein Bild der Lage gemacht. Der 48-Jährige bereitete gestern mit seinem Gesellen Frederic Moeser (35) die Entsorgung vor, mit dabei Ehefrau Wiebke Jeske. (39) Die Gespräche seien alle gut verlaufen und ihre Stimmung deshalb schon positiver als noch am Wochenende nach dem Brand, als er um die Existenzgrundlage seiner Familie bangte.

Der typische Geruch einer kalten Brandstelle hängt noch in den Räumen und auf dem Hof. Geschwärzte Gasflaschen standen gestern am Rand. Im Büro nebenan war die ursprüngliche Wandfarbe zu erahnen, doch auch dort jeder Millimeter rußbedeckt.

„Es war ein Schock, wir verarbeiten es nach und nach“, sagte Wiebke Jeske. Beide sind immer noch erleichtert, dass durch den Brand niemand gesundheitlich Schaden nahm. Er sei der Feuerwehr, der Polizei und allen anderen Helfern unendlich dankbar: „Die Professionalität der Einsatzkräfte fand ich beeindruckend. Wir hätten sogar Seelsorge in Anspruch nehmen können.“ Die Familie erfuhr noch mehr Unterstützung. Seine Frau berichtet von Familienmitgliedern und Nachbarn, die sofort Nötiges organisiert, Kartons und Einmalhandschuhe gebracht hätten, damit ihr Mann die Büroordner herausholen konnte. Aber auch Mitbewerber und Kunden hätten sich erkundigt und aufbauende Worte gefunden, sagt ihr Mann. Sein Auszubildender habe bei einem anderen Kfz-Betrieb unterkommen können. Für die Kunden, deren Reifen er einlagert, hat Jeske eine gute Nachricht: „Die sind alle in Ordnung, wir können unsere Kunden nur nicht informieren, weil wir zurzeit nicht an die Daten kommen.“ Wann er die Reifen in der Werkstatt montieren kann, weiß Jeske nicht. Er hofft, dass die Sanierung in einem halben Jahr erledigt sein wird.

Vermieter Jens Giese rechnet für den Wiederaufbau der Werkstatt mit ein wenig mehr Zeit. Bis Dezember will der Fachbereichsleiter für Kfz-Technik zumindest die letzten beiden der sechs Wohnungen wieder bezugsfertig haben. Vier der sechs Wohnungen waren durch den Brand unbewohnbar geworden. Die zwei anderen von denen seien inzwischen gereinigt worden und die Mieter zurückgekehrt. Der 49-Jährige greift selbst zum Werkzeug und dichtet mit Spanplatten die kaputten Fenster ab: „Ich will die Räume vor Regen schützen.“

Nach dem Brand hatten die verbliebenen Bewohner und Pächter einen Tag auf Gas verzichten müssen. Die Stromversorgung hätten Elektriker schon am darauffolgenden Tag in den Wohnungen und dem benachbarten Betrieb hergestellt.

Die genaue Schadenshöhe erfährt Giese erst in drei Wochen. Der 49-Jährige rechnet mit einer deutlich höheren Summe als die der ersten Schätzung von 250 000 Euro.

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