Werbeaktion für Standorte

Bürgermeister und Landrat unterstrichen in Berlin das gute Verhältnis zwischen Bürgern und Bundeswehr.

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11. Februar 2011, 10:57 Uhr

Berlin/Eutin | Andere Städte formulieren Resolutionen, sammeln Unterschriften. Die Bürgermeister der ostholsteinischen Kommunen, die von der Bundeswehrreform betroffen sein könnten, warben stattdessen gemeinsam im Verteidigungsministerium für den Erhalt der drei letzten Streitkräftestandorte zwischen Lübeck und Fehmarn.

Selten habe er eine so engagierte Runde erlebt, bescheinigte Thomas Kossendey (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär des Verteidigungsministeriums, den Besuchern. Unkonventionell und eindrucksvoll zugleich hätten sie das gute Verhältnis zwischen Bürgern und Bundeswehr in Ostholstein verdeutlicht.

"Diese wichtige Botschaft haben wir vermitteln können," freute sich der ostholsteinische CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens. Er hatte das Treffen in Berlin organisiert, an dem neben Bürgermeistern auch Landrat Reinhard Sager und sein Stellvertreter Ulrich Rüder teilnahmen

Landrat Sager unterstrich in Berlin, dass die Bundeswehr ein "Markenzeichen der Region" sei. Über alle Parteigrenzen hinweg stehe in Ostholstein eine übergroße Mehrheit "geschlossen zur Bundeswehr". So gebe es für alle Kompanien der Eutiner Aufklärer und selbst das Bataillon kommunale Patenschaften. Aber auch die Marine in Neustadt und der Truppenübungsplatz Putlos, der zu Oldenburg gehört, hätten großen Rückhalt in der Bevölkerung. Diesen Rückhalt veranschaulichte Gädechens mit Fotos von verschiedenen Begegnungen, darunter öffentliche Gelöbnissen, Festen, Familientagen sowie Abschieds- und Heimkehrerappellen.

Die Verankerung in der Region ist nach Überzeugung Gädechens auch ein Grund für eine "hervorragende Bewerberlage für die Bundeswehr" in Ostholstein. Nach Aussetzung der Wehrpflicht werde die Nachwuchsgewinnung für die Streitkräfte eine viel wichtigere Rolle spielen.

"Der demographische Faktor wird auch im Entscheidungsprozess über die Standorte Berücksichtigung finden müssen," pflichtete Staatssekretär Thomas Kossendey bei. Und Präsenz in der Fläche, so ein weiteres Argument Gädechens, erhöhe die Attraktivität der Bundeswehr.

Das neue Standortkonzept als Resultat der Bundeswehrreform werde zwar erst Mitte des Jahres vorliegen, aber ihm sei wichtig, dass schon im Vorfeld immer wieder der positive Eindruck für die ostholsteinischen Standorte vermittelt werden könne und sich bei den Entscheidungsträgern im Bundesverteidigungsministerium verfestige, sagte Gädechens als Hintergrund für den Berlin-Termin.

Zur Delegation gehörten die Bürgermeister der Garnisonsstädte Klaus-Dieter Schulz (Eutin), Martin Voigt (Oldenburg) und Henning Reimann (Neustadt), außerdem die Bürgermeister von vier Patengemeinden für Kompanien des Eutiner Aufklärungsbataillons 6: Dirk Maas (Süsel), Klaus Winter (Lensahn), Gerd Schuberth (Bad Schwartau) und Thomas Keller (Ratekau).

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