Aus dem Amtsgericht : Wer ist wer auf der Anklagebank?

Vier Ahrensböker stehen wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

Avatar_shz von
02. November 2012, 11:40 Uhr

Eutin | Es sollte eine fröhliche Feier zum Schulabschluss werden. Doch am Ende des Abends stand eine handfeste Schlägerei. Vier junge Ahrensböker im Alter von 19 bis 23 Jahren mussten sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Eutiner Amtsgericht verantworten. Sie sollen am 16. Juni 2012 in Ahrensbök einen 19-Jährigen krankenhausreif geprügelt haben.

Schon länger gab es Streit zwischen dem 19-Jährigen Angeklagten und dessen Freundin auf der einen sowie dem Opfer und dessen Freundin auf der anderen Seite. Bei der Feier nun soll der 19-jährige Angeklagte mal wieder blöde Bemerkungen gemacht und seine beiden mitangeklagten Freunde dazu angestachelt haben, das Opfer zu bedrängen.
"Das ist die letzte Chance, ihm eine reinzuhauen"

Irgendwann wurde es dem Opfer und seiner Freundin zu viel und sie rief ihre Eltern, damit diese das Pärchen abhole. "Wir wollten gerade gehen, da ging er volle Kanne auf mich los", schilderte der Auszubildende das Verhalten des 21-jährigen Maurers. Und während ihn schließlich drei Männer geschlagen und getreten hätten, habe der 19-jährige Angeklagte daneben gestanden und seine Freunde mit den Worten "Das ist die letzte Chance, ihm eine reinzuhauen" angefeuert.

Von einer Schlägerei wollten hingegen die Angeklagten nichts wissen, dass sie angefangen hätten schon gar nicht. "Der Kerl war betrunken und hat den ganzen Abend über die anderen Gäste angepöbelt", schilderte der 19-Jährige. Schließlich habe er gesagt, der Typ habe mal was auf die Fresse verdient. Aber das sei keine Aufforderung zur Gewalt, sondern normaler Umgangston gewesen.
"Der Kerl kam mit geballten Fäusten auf mich zu"

Dass er zugeschlagen habe, gab lediglich der 21 Jahre alte Angeklagte zu. "Der Kerl kam mit geballten Fäusten auf mich zu. Und da habe ich zuerst zugeschlagen."

Ganz anders aber schilderten die Eltern der Freundin des Opfers die Geschehnisse. "Als ich ankam sah ich, wie der Freund meiner Tochter von einem Jugendlichen von hinten angegriffen wurde. Später kamen noch weitere dazu, die auf ihn einschlugen." Vergeblich habe er versucht, die Gruppe zu trennen. Wer allerdings die Angreifer waren, das könne er nicht genau sagen.
Zeugin verwechselte zwei der Angeklagten

Verwirrung gab es bei der Verhandlung um den vierten Angeklagten. Die Freundin des Opfers hatte bei der Polizei seinen Namen genannt und gesagt, er habe ihren Freund geschlagen. Vor Gericht allerdings zeigte sie auf einen anderen Angeklagten als Angreifer. Da habe sie wohl zwei Leute verwechselt, gab die 16-Jährige zu. Weil sie selbst nur einen der Angeklagten kannte, habe ein Bekannter ihr die Namen der übrigen Angreifer genannt.

Wie es zu dieser Verwechslung kommen konnte und ob der 23-Jährige wirklich nicht beteiligt war, soll am kommenden Mittwoch geklärt werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen