Besuch von der Isle of Wight : Wenn Englisch nicht fremd klingt

Ralf Hübner leitet den Verein.
Ralf Hübner leitet den Verein.

Im Eutiner Saal des Kreishauses begrüßte Landrat Reinhard Sager gestern Gäste aus England. Ohne viel Umschweife auf Englisch: "I am the Landrat."

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22. Oktober 2009, 10:46 Uhr

Eutin/ | Die Begegnung deutscher Politiker mit Besuchern aus Großbritannien steht in diesen Tagen, in denen der Außenminister-Aspirant Guido Westerwelle mit einer Kostprobe seiner sprachlichen Weltläufigkeit ("Das ist Deutschland hier") zum YouTube-Gaudi avancierte, unter besonderer Beobachtung. Doch Beklemmung ließ Reinhard Sager sich nicht anmerken, im Gegenteil: Seine Begrüßung kam in flüssigem Englisch daher und fegte einen Hauch internationalen Arbeitsflairs in die Kreisverwaltung. Apropos: Der Gemüt wie Macht treffende Titel "Landrat" hätte im Vergleich zur unerwartet umständlichen Amtsbezeichnung "district chief executive" durchaus das Zeug, als Lehnwort in die Weltsprache importiert zu werden - so wie Kindergarten, Schadenfreude oder Ostpolitik.

Um solche Spitzfindigkeiten ging es aber gar nicht bei dem Treffen des Landrats mit den acht Besuchern von der Isle of Wight und ihren deutschen Gastgebern. Jetzt seien Freunde hier, befand Sager und erntete allgemeines Nicken am Tisch. Dort hatten die Vertreter des 1991 gegründeten Partnerschaftsvereins Isle of Wight/ Ostholstein Platz genommen, allen voran die Vorsitzenden Ralf Hübner aus Neustadt und Peggy Yarman von der Insel. Wenn die vor 30 Jahren begonnene Partnerschaft freundschaftlich vertieft werden solle, müsse man sich regelmäßig treffen, waren sich alle einig.

Die Gäste aus Großbritannien sind vier Tage lang in Ostholstein zu Gast. Dabei wollen sie auch über mögliche deutsch-englische Jugendprojekte sprechen. Außerdem werden sie das Eutiner Schloss, die Hamburger City und die Lübecker Altstadt besuchen.

Der Partnerschaftsverein will das Verständnis zwischen den Einwohnern der Kreise Ostholstein und der Isle of Wight fördern. Er organisiert gegenseitige Besuche von Familien, Vereinen, Schulklassen und Betrieben und bemüht sich um die Vermittlung von Brieffreundschaften.

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