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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 06:28 Uhr

Wenn die Tagesgäste nicht mehr kommen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Holsteinische Schweiz hat mit Rückgängen im Tagestourismus zu kämpfen

Das Urlaubsgeschäft in der Holsteinischen Schweiz lebt zu 75 Prozent von Tagesgästen. Allerdings ebbte deren Zustrom in den vergangenen Jahren deutlich ab – für die Tourismus-Expertin Anne Köchling ein Alarmsignal: „Der Rückgang hat für Gastronomie, Dienstleister und Einzelhandel große Auswirkungen.“

Die Mitarbeiterin des Institutes für Management und Tourismus an der Fachhochschule Westküste hat für den Verband Ostsee Holstein Tourismus (OHT) eine Studie erstellt, die wirtschaftliche Kennzahlen für die Tourismusbranche an der Ostsee und in der Holsteinischen Schweiz herausarbeitet. Köchling präsentierte ihre Ergebnisse jüngst in einer OHT-Veranstaltung.

Demnach haben die Urlauber, die 2012 insgesamt 2,5 Millionen Tage mit Übernachtungen in der Holsteinischen Schweiz verbrachten, zusammen mit der dreimal so großen Menge an Tagesausflügen der hiesigen Tourismusbranche einen Jahresumsatz von 275 Millionen Euro beschert. Umgerechnet sichert das in der Region 6100 Vollzeit-Arbeitsplätze.

Allerdings hat laut Studie die Zahl der Tagesreisen in die Holsteinische Schweiz von rund 10 Millionen im Jahr 2009 auf rund 7,5 Millionen im Jahr 2012 abgenommen. Dieser Rückgang um 25 Prozent liegt klar über dem Minus von 16,4 Prozent, das 2012 im Bundesdurchschnitt für Tagesausflüge verzeichnet wurde. Bei der Ursachenforschung seien viele Gründe denkbar, von der abnehmenden Reiselust im Alter bis zum schlechten Wetter. Man müsse aber auch regionale Effekte betrachten, zum Beispiel veraltete Angebote und gleichzeitig frische Attraktivität von „Mitbewerbern am Freizeitmarkt“, so Köchling.

„Daraus müssen sich für uns Konsequenzen ergeben“, betonte OHT-Geschäftsführerin Katja Lauritzen. Angesichts der älter werdenden Gesellschaft müsse in Tourismusorten verstärkt darüber nachgedacht werden, wie sie besser erreichbar würden für diejenigen, die nicht mehr eigenständig im Auto anreisen wollten. Das Thema Mobilität bekomme zunehmend Gewicht.

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erstellt am 20.Mai.2014 | 12:49 Uhr

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