Aufgeschnappt : Wenn die Feuerwehr ins Rathaus gerufen wird

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Dieses Sprichwort begleitet derzeit Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz auf Schritt und Tritt.

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18. November 2009, 10:48 Uhr

Eutin | Weil seine Verwaltung eine Büromaterial-Rechnung von 32 Euro mit einer Überweisung von 32.000 Euro beglich, sprach er selbst zerknirscht von einem "Schlafwagen" - und ganz Norddeutschland vermutet Schilda und Schlendrian mal wieder im Eutiner Rathaus.

Wem einmal Unglaubliches widerfährt, der ist schnell weiterer Verdächtigungen wert. Beispielsweise geistert jetzt durch die Stadt das Gerücht, dass Anfang Oktober die Feuerwehr gerufen werde musste, damit eine sorgsam versperrte Tür im Rathaus geöffnet werden konnte. Und dass in dem verschlossenen Raum eine Akte gesucht, aber nicht gefunden wurde, was die Stadt noch teuer zu stehen kommen werde.
"Ich bin überaus verwundert, woher wissen Sie das?"
Darauf angesprochen reagierte Bürgermeister Schulz wie vom Donner gerührt: "Ich bin überaus verwundert, woher wissen Sie das?" Das sollte man einen Journalisten nie fragen, denn der lässt nach solcher Antwort nicht mehr so schnell locker. Doch alles Nachfragen, was es mit der ominösen Suchaktion und der Akte auf sich haben könnte, findet dieses klare Echo: "Hier ist der Stadt kein Schaden entstanden, und es ist auch nichts zu erwarten."

Immerhin: Ja, die Feuerwehr habe tatsächlich die Tür zu einem Lagerraum für Akten geöffnet, weil dort Unterlagen "für einen laufenden Vorgang in einem Gesamtverfahren" vermutet worden seien. Den Schlüssel für den Raum - "Das ist kein Geheimfach" - habe ein Mitarbeiter aus Versehen mit in den Urlaub genommen. In alledem sehe er keine Sache, die großes Aufhebens wert sei, so Schulz. Wenn da das 32 000- Euro-Unding nicht wäre...

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