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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 20:01 Uhr

Wenn der Funke überspringt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Anny-Trapp-Preis würdigt soziales Engagement des Vereins „Weihnachten im Schuhkarton“ und der „Krummseer Kümmerer“

Der Anny-Trapp-Preis hat Jubiläum: Zum 25. Mal wurde gestern die mit 1500 Euro dotierte Auszeichnung für besonderes soziales Engagement vergeben. Preisträgerinnen sind die Eutinerinnen Sabine Severin und Hendrike Cursiefen, deren Verein seit 20 Jahren in der Kreisstadt die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ organisiert.

In Verbindung mit dem Jubiläum gab es nicht nur ministeriellen Besuch durch die Sozialministerin des Landes, Kristin Alheit, sondern auch einen mit 500 Euro dotierten Sonderpreis für die „Krummseer Kümmerer“, eine Privatinitiative, die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Ostholstein empfängt, bei Behördengängen und mit Deutsch-Unterricht begleitet.

Sabine Severin und Hendrike Cursiefen sammeln Weihnachtsgaben in Form von Sach- oder Geldspenden, die als Präsente armen Kindern in Bulgarien, Georgien, Polen, in der Republik Moldau, in Rumänien, in der Slowakei, Weißrussland und in der Mongolei zukommen, sagte Bettina Hagedorn, stellvertretende Vorsitzende des Anny-Trapp-Preises. Vor allem die Kontinuität des Vereins habe für seine Wahl gesprochen. Die Bundestagsabgeordnete ergänzte: Mit Severin und Cursiefen werde ein Superteam geehrt.

Severin leitet seit acht Jahren, Cursiefen seit drei Jahren Schuhkartons an evangelische Kirchengemeinden in den Ländern weiter. 2015 haben die Frauen 143 Kartons auf den Weg gebracht (2014: 256). Da Severin krank geworden war, nahm Cursiefen mit ihrer Familie und der von Sabine Severin die Auszeichnung an. „Wir werden sparsam mit dem Geld umgehen. Es hilft uns“, sagte sie. Jährlich legten sie einen Sachspendenfonds an.

Die Landtagsabgeordnete Regina Poersch lobte die Krummseer Kümmerer stellvertretend für alle anderen in der Flüchtlingshilfe Engagierten: „Alles, was wir machen, würde ohne Sie, die Ehrenamtler in den Städten und Dörfern, nicht funktionieren.“ Die Arbeit der Politik würde verpuffen. Die Kümmerer unterstützten Menschen, die in das beschauliche Ostholstein kämen. „In Deutschland finden Menschen Schutz. Das gefällt mir.“

Sozialministerin Kristin Alheit hob die mehr als 40 Prozent der Schleswig-Holsteiner hervor, die sich ehrenamtlich engagieren. Gegen Ende der Sommerferien habe sie gedacht: „Jetzt bricht die Flüchtlingshilfe zusammen.“ Doch nein, nichts sei zusammengebrochen. „Wir sind schon gut in Schleswig-Holstein“, lobte Alheit, „doch wir können noch besser werden.“ Das sei im Sinne von Anny Trapp. Jeder könne zu einem besseren Zusammenleben beitragen.

Gisela Henkel sprach für die 15 Kümmerer. Der Blick in die Augen von Asylbewerbern vor gut einem Jahr in der Alten Schule und ein Kalenderspruch haben sie angetrieben zu helfen. Die Gruppe entstand. Bernhard Kardell von der Awo unterstützte. Für 2016 wünscht Henkel sich eine regelmäßige Kommunikation mit der Gemeinde Malente, ein Miteinander auf Augenhöhe. Ihre Sorge: „Aus einem Funken entstand ein Feuer. Nicht dass es wieder zu einem Funken wird.“

Wie vor 25 Jahren, als der Preis zum 90. Geburtstag der Eutiner Sozialpolitikerin Anny Trapp gestiftet wurde, fand die Preisverleihung nicht nur am Geburtstag Anny Trapps, sondern auch im Bürgertreff in der Stolbergstraße statt.

Über die Preisträger hatte die Mitgliederversammlung des Vereins Anny-Trapp-Preis entschieden.

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von
erstellt am 22.Dez.2015 | 00:33 Uhr

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