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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 18:12 Uhr

Wenn Angeln zur Fischwilderei wird

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 04.Feb.2015 | 14:34 Uhr

Die interessantesten Geschichten schreibt das Leben – nur enden sie manchmal vor Gericht. Wie die des 29-jährigen ungelernten Kochs Benedikt D. (Name geändert), der am Schwentine-Wehr in Preetz zum falschen Zeitpunkt seine Angel auswarf. Dafür musste er sich nun wegen Fischwilderei vor dem Amtsgericht in Plön verantworten.

Es war ein Mai-Sonntag, als der Angeklagte angeln wollte. Dummerweise nur, dass sein Angelerlaubnisschein abgelaufen war und er an einem Sonntag auch keinen neuen erwerben konnte. Dennoch warf er nun seine Angel aus. Als er dann die Herren der Fischereiaufsicht erblickte, kam er auf die Idee, das Datum seines abgelaufenen Angelerlaubnisscheins kurzerhand per Hand zu ändern. Was natürlich nicht unbemerkt bleiben konnte. Den Hecht konnte der Angeklagte wohl noch gerade rechtzeitig vom Haken lassen, er verschwand in den Fluten der Schwentine und konnte nicht als Zeuge präsentiert werden, war am Rande der Verhandlung zu vernehmen. Die Anklage spricht nun von Fischwilderei.

Die Tat selbst gibt der Angeklagte unumwunden zu. „Es war ein dummer Fehler und dann bin ich voll auf die Nase gefallen.“ Er habe sich leider nicht rechtzeitig um eine neue Tageskarte gekümmert. 20 Tagessätze zu 10 Euro fordert deshalb die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer. Die persönliche Situation des Angeklagten, verheiratet, vier Kinder und unter einer Bandscheiben-OP leidend, stimmt die Richterin in Anbetracht des Geständnisses wohl eher etwas milder.

Ihr Urteil: 15 Tagessätze zu 10 Euro, die der Angeklagte abstottern darf. Vielleicht auch, weil er nun endlich eine Lehre in Aussicht hat und seinen „Riesenfehler“ ehrlich bereut. Angeln will er jetzt nur noch im Angelverein. Noch im Gerichtssaal nahm der Angeklagte das Urteil an, es ist damit rechtskräftig.

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