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Ostholsteiner Anzeiger

17. Dezember 2017 | 00:00 Uhr

Weniger Straftaten im Kreis Plön

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Polizeidirektion Kiel legte gestern die polizeiliche Kriminalitätsstatistik für 2016 vor / Bauchrowitz: „Der sicherste Kreis im ganzen Land“

von
erstellt am 05.Apr.2017 | 12:02 Uhr

Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten ist im Kreis Plön weiter rückläufig. Sie haben sich um 3,1 Prozent reduziert und sind damit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren, sagte der Leitende Kriminaldirektor Thomas Bauchrowitz, Chef der für den Kreis Plön zuständigen Polizeidirektion in Kiel. 5671 Straftaten seien bekannt geworden. Die Aufklärungsquote liege mit 49 Prozent über dem Wert des Vorjahres (47,6 Prozent).

Der Kreis Plön weist erneut die niedrigste Kriminalitätsbelastung im Land auf und hält lediglich einen Anteil von 2,75 Prozent an der Gesamtkriminalität im Land. „Der Kreis Plön gilt demnach als der sicherste im ganzen Land“, sagte Bauchrowitz.

Dennoch habe es im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls einen Anstieg von 307 auf 372 Taten gegeben. Ein nicht unerheblicher Teil dieser Taten sei in der zweiten Jahreshälfte 2015 verübt worden. Die Kriminalstatistik sei eine Ausgangsstatistik. Deshalb würden diese Vorgänge erst nach Abschluss der Ermittlungen 2016 erfasst. Die Aufklärungsquote sei von 7,5 auf 11,8 Prozent gestiegen.

Als Erfolg wertet die Polizeidirektion Kiel die Aufklärung einer Einbruchsserie im Preetzer Bereich, bei der nach umfangreichen Ermittlungen mehrere Festnahmen im Herbst erfolgten. Auch im Bereich der Rohheitsdelikte habe es einen Anstieg von 721 Taten in 2015 auf nun 895 Taten gegeben. Darin enthalten sei ein Anstieg der Raubtaten von 18 auf 31 sowie ein Anstieg der Körperverletzungen von 529 auf 651. Dennoch liegen die Rohheitsdelikte auf dem drittniedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Die Mehrheit der Taten habe sich in den größeren Städten Preetz, Plön und Schwentinental ereignet. Bauchrowitz: „Wir beobachten derzeit, ob es sich bei dem Anstieg um eine fortsetzende Entwicklung oder um einen kurzfristigen Anstieg handelt.“

Insgesamt seien im vergangenen Jahr 2389 überwiegend männliche Tatverdächtige (77,7 Prozent) durch die Polizisten im Kreis Plön ermittelt worden. Knapp ein Drittel von ihnen war bereits zuvor durch Straftaten aufgefallen. Jugendliche und Heranwachsende, die zusammengefasst 7,7 Prozent der Bevölkerung im Kreis Plön ausmachen, seien für 23,11 Prozent der Straftaten verantwortlich.

„Von den ermittelten 2389 Tatverdächtigen waren 16,95 Prozent nichtdeutscher Nationalität“, sagte Bauchrowitz. Eine mögliche Zuwanderungshistorie werde mit der Statistik nicht dargestellt, da nur die bei Begehung der Straftat aktuelle Staatsangehörigkeit aufgenommen werde. Gleichfalls gebe es Delikte, wie zum Beispiel im Ausländerrecht, die ausschließlich von Ausländern begangen werden könnten.

Diebstahlsdelikte haben mit 45 Prozent erneut den größten Anteil an den bekannt gewordenen Straftaten im Kreisgebiet. Ein Anstieg von 24 Prozent sei im Bereich der Rohheitsdelikte gezählt worden. Dennoch handele es bei der Gesamtzahl von 895 Fällen um den drittniedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Die Anzahl der Raubtaten stieg von 18 auf 31 Taten. Die Anzahl der bekannt gewordenen Körperverletzungen ist von 529 auf 651 angestiegen.

Mit 656 bekannt gewordenen Fällen nehmen die Vermögens- und Fälschungsdelikte 11,57 Prozent an der Gesamtkriminalität im Kreis Plön ein. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Taten aus diesem Deliktsbereich um 339 Taten reduziert. Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten mit Bezug zum Betäubungsmittelgesetz sowie direkter Beschaffungskriminalität ist 2016 auf 190 Taten gesunken – 50 weniger als im Vorjahr. Bauchrowitz: „143 der Anzeigen stehen in Zusammenhang mit Cannabisprodukten.“ Wie in den Vorjahren habe es im Kreis Plön keinen Drogentoten gegeben. 2016 gab es 762 Anzeigen wegen Sachbeschädigung, was einer Reduzierung zum Vorjahr um 64 Fälle entspricht.

„Der erneute Rückgang der angezeigten Straftaten bedeutet allerdings keine Arbeitsreduzierung der Polizeibeamten im Kreis Plön“, sagte Bauchrowitz. Die Regionalleitstelle habe 2016 etwa 17  300 Einsätze im Kreisgebiet koordiniert. Hinzu kamen über 200 geschlossene Einsätze (Fußball, Demonstrationen usw.) im gesamten Direktionsbereich, bei denen für die Polizisten aus Kiel und dem Kreis Plön - außerhalb des täglichen Reaktionsdienstes – 45  000 Einsatzstunden anfielen.

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