Weniger Hürden für Schulsozialarbeit

Schulausschuss des Kreises will den Zugang zu Fördermitteln vereinfachen

shz.de von
29. Mai 2015, 14:36 Uhr

Die Hürden für Schulsozialarbeit sollen deutlich niedriger werden. Dafür hat jetzt der Schulausschuss des Kreises Ostholstein den Grundstein gelegt. Er empfahl dem Kreistag, einen vereinfachten Zugang zu Fördermitteln zu beschließen.

Bislang finanzierte der Bund im Rahmen seines Leistungspaketes „Bildung und Teilhabe“ anteilig in den Jahren 2011 bis 2013 die Mittel für die Schulsozialarbeit in den Kreisen und kreisfreien Städten. Die Schulträger (Kommunen und private Einrichtungen) hatten in diesem Zeitraum die Möglichkeit, eine entsprechende finanzielle Unterstützung beim Kreis einzufordern.

Der Knackpunkt: Dem Schulträger wurden lediglich 50 Prozent der Stellenmittel bereitgestellt. „Das hat viele Kommunen mit einer schlechten Haushaltslage in ihrer Funktion als Schulträger davon abgehalten, die Mittel einzufordern, obwohl sie diese vielleicht benötigt hätten“, sagt Dr. Matthias Badenhop Fachbereichsleiter Soziales, Jugend, Bildung und Sport beim Kreis.

Mit dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) werden nun künftig die Zuwendung vom Land gestellt. „In diesem Zusammenhang war es für uns Aufgabe, neue Richtlinien zu erstellen“, sagte Badenhop. Ziel sei es, die Mittelvergabe zu vereinfachen, den Verwaltungsaufwand zu minimieren und gleichfalls zu gewährleisten, dass die Mittel vollständig vergeben würden.

Der Kreis wird künftig gewährleisten, dass die Mittel von den Schulträgern nicht mehr eingefordert werden müssen. Diese werden durch einen Verteilungsschlüssel direkt an die Schulträger vergeben. Dieser Schlüssel orientiert sich an den Schülerzahlen. Zugleich wird durch die Änderung auch die 50-prozentige Bereitstellung von Eigenmitteln unwirksam. Allein in 2015 werden dem Kreis Ostholstein und somit den Schulträgern rund 790  000 Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt.




„Mit den neuen Mechanismen schaffen wir eine Verteilungsgerechtigkeit aufgrund der zugrunde liegenden Schülerzahlen“, sagte Badenhop. Annette Schlichter-Schenk (SPD) begrüßte die Vereinfachung. „Ziel sollte es sein, dass Kreis und Kommunen von der Neuregelung profitieren, dies ist nun eindeutig der Fall.“ Auch CDU, Grüne und FDP begrüßten die Änderung. „Die Mittel müssen an den Schulträger nun alsbald zielführend vermittelt werden“, sagte Stefan Sauer (Grüne). Der Kreistag müsse aber durch Evaluierungsmaßnahmen oder Berichte in Kenntnis gesetzt werden, ob und wie die Mittel eingesetzt würden.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen