Weniger Angst im Umgang mit Depression

Sechs Teilnehmer der Mut-Tour machten Station in Plön: Maria Müller (von links), Jutta Gottschalk, Jürgen Tröske, Mona Winter, Dietmar Reinberger und Joseph Kraus.
Sechs Teilnehmer der Mut-Tour machten Station in Plön: Maria Müller (von links), Jutta Gottschalk, Jürgen Tröske, Mona Winter, Dietmar Reinberger und Joseph Kraus.

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02. Juli 2018, 18:04 Uhr

Mit Tandems, beim Wandern oder per Kanu in Zweierteams bewegen sich seit 2012 Menschen auf einer jährlich neuen „Mut-Tour“ durch das sommerliche Deutschland und werben für einen offenen Umgang mit Depression. Am Montag machten Maria Müller, Jutta Gottschalk, Jürgen Tröske, Mona Winter, Dietmar Reinberger und Joseph Kraus Station in Plön auf ihrem Weg von Kiel nach Neustadt und erzählten von ihrem Unternehmen.

Jutta Gottschalk kommt aus Emden und ist wie Dietmar Reinberger in Kiel „zugestiegen“. Beide waren schon in 2017 dabei und nennen Binz auf Rügen ihr Ziel. „Ich habe schon sehr lange Depressionen und viel über mich gelernt“, erklärte die Frau freimütig. Es sei total schön, miteinander zu fahren, das Gelernte weiterzugeben und sich auszutauschen, wie man mit schwierigen Situationen umgehen könne. „Es braucht Mut, Rad zu fahren, aus der Komfortzone zu kommen, sich einzulassen. Das gibt Stärke“, ist Reinbergers Erfahrung.

Andere, wie Maria Müller, möchten ihr Gesicht nicht in der Zeitung sehen und greifen bei Presseterminen zum „Smiley“, der immer dabei ist. Die Tour startete vor 14 Tagen in Hildesheim mit 60 Teilnehmern (33 Frauen und 27 Männern), von denen nicht jeder Erfahrungen mit Depressionen hat, da die Tour offen für alle ist. Ziel ist am 2. September Münster. Die 5250 Kilometer lange Strecke wird in jeweils 16 Etappen zurückgelegt, wobei jeder etwa eine Woche mitfährt im Tandem-Team und täglich 60 Kilometer hinter sich bringt. Unterwegs wird gezeltet.

Seit 2012 seien über 25500 Kilometer zurückgelegt worden, vermeldet der Trägerverein, die Deutsche DepressionsLiga. Die Teilnehmer machten die Erfahrung, dass Gemeinschaft, Sport, Struktur und Natur die Stimmung heben könnten. Zugleich möchten die mutigen Teilnehmer anderen Menschen Mut machen, in den Orten von ihren Erlebnissen berichten und Vorurteile abbauen. Ziel sei eine Gesellschaft, in der angstfrei mit psychischen Erkrankungen umgegangen werde. Dafür werben die Organisatoren in 60 Städten mit Info- und Mitmachaktionen. Weitere Infos unter www.mut-tour.de.

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