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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 01:42 Uhr

Weltstar und Nazi-Gegnerin: Marlene Dietrich

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 17.Feb.2016 | 13:42 Uhr

Sie war schon zu Lebzeiten eine Legende. Und sie war eine weltberühmte Gegnerin der Nazis, die konsequent ihr Heimatland verließ und die deutsche Staatsbürgerschaft abgab: Marlene Dietrich.

„Eine Emigrantin aus Deutschland“ heißt eine Veranstaltung am Sonntag, 28. Februar, um 15 Uhr in die Gedenkstätte Ahrensbök. Auf Einladung des Trägervereines wird der Lübecker Musikwissenschaftler Wolf Rüdiger Ohlhoff in einem Vortrag mit Dias und Musikbeispielen vom Grammophon an die Sängerin und Schauspielerin erinnern. Wie zu einem Vortrag im vergangenen Jahr wird Ohlhoff seinen „Hotkoffer“ aus dem Jahr 1930 mitbringen, der alte Schellackplatten mit Dietrich-Chansons enthält.

Als der Reichspropagandaminister ihr eine Spitzenkarriere anbot, lehnte sie kühl ab. Marlene Dietrich hatte 1936 längst beschlossen, gegen Nazi-Deutschland Position zu beziehen. Sie war 1930 in der Rolle der Nachtklub-Sängerin Lola in dem Film „Der Blaue Engel“ nach dem Roman „Professor Unrat“ von Heinrich Mann in Deutschland berühmt geworden. Doch als die Nationalsozialisten drei Jahre später die Macht übernahmen und das Land sofort mit Terror überzogen, hatte die Dietrich längst zusammen mit ihrem Regisseur Joseph von Sternberg ihr Heimatland verlassen. Am 9. Juni 1939 erhielt die die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Ihr Widerstand gegen das NS-Regime erschöpfte sich nicht in einer brüsken Absage an Joseph Goebbels, nach Deutschland zurückzukehren. Während des Zweiten Weltkriegs trat sie im US-Fronttheater auf, 1945 kam sie im gemeinsam mit der US-Army zurück nach Deutschland. Erst 1960 besuchte der Weltstar seine Heimatstadt Berlin. Marlene Dietrich starb 1992 in Paris nach einer erfolgreichen zweiten Karriere als internationale Chansonsängerin.

Der Eintritt zu dem Vortrag und zur Gedenkstätte ist frei, Spenden sind willkommen. Nach dem Vortrag besteht Gelegenheit zum Gespräch mit dem Referenten.


Gedenkstätte Ahrensbök, an der Flachsröste 16 in Holstendorf an der B 432, geöffnet sonntags von 14 bis 17, nach Anmeldung auch an anderen Tagen, Telefon 04525/493 060.

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