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Ostholsteiner Anzeiger

24. August 2017 | 07:08 Uhr

Weltgebetstag: Philippinen im Fokus

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Frauen des Landes haben für heute Gebete, Lieder und Texte für die Gottesdienste zusammengestellt / Motto: „Was ist denn fair?“

„Was ist denn fair?“ – Unter diesem Motto wird heute in über 100 Ländern der Erde der ökumenische Weltgebetstag der Frauen begangen. Frauen von den Philippinen haben in diesem Jahr Gebete, Lieder und Texte für die Gottesdienste zusammengestellt. Auch im Kirchenkreis Ostholstein ist eine Vielzahl von Gottesdiensten geplant (siehe Infokasten). Außerdem wird über die Philippinen informiert und in einigen Gemeinden wird nach Landesart gekocht.

Ein Beispiel: In Lebrade wird der Weltgebetstag ab 19 Uhr mit einem Gottesdienst in der dortigen Kirche gefeiert. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt der Vorbereitungskreis in die Lebrader Schule ein. Dort werden alle gemeinsam essen und das Gehörte vertiefen.Drei fiktive Frauen kommen beim Weltgebetstag zu Wort, deren Geschichten auf wahren Fakten beruhen und über die wirtschaftliche, soziale und religiöse Situation im Land beispielhaft Auskunft geben. Sie laden die Menschen ein, ihren eigenen Kreis zu öffnen. Wenn sie diesen Erzählungen Raum geben, dann kann auch ihre Welt ein wenig bunter werden. Die Geschichten der Frauen aus den Philippinen werden in Kontrast zum biblischen Text des Gleichnisses der Arbeiter im Weinberg (Matthäus 20,1-16) gestellt. Als Gegenmodell zur profitorientierten Konsumgesellschaft sehen sie auch die indigene Tradition des Dagyaw oder Bayanihan.

Die Frage nach Fairness und Gerechtigkeit treibt Filipinas besonders um, denn in ihrer Heimat ist dies oft auch eine Frage des Überlebens. Trotz des großen Reichtums an natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen ist das Land mit seinen 7107 Inseln von krasser sozialer Ungleichheit geprägt. Viele der über 100 Millionen Einwohner – davon über 80 Prozent Katholiken – leben in Armut. Wer sich da für Menschenrechte, Landreformen oder den Umweltschutz engagiert, lebt nicht selten gefährlich. In die Schlagzeilen gerät das Land in jüngster Zeit immer wieder aufgrund des grausamen „Anti-Drogen-Kriegs“, den Präsident Rodrigo Duterte mit aller Macht des Staates austrägt, seit er Mitte vergangenen Jahres ins Amt gewählt wurde. Auf der Suche nach Perspektiven zieht es viele Filipinas und Filipinos in die 17-Millionen-Metropolregion Manila. Rund 1,6 Millionen Menschen wandern Jahr für Jahr ins Ausland ab und schuften als Hausangestellte, Krankenpfleger oder als Schiffspersonal in Saudi-Arabien, den USA, Europa, Hongkong oder Singapur. Ihre Überweisungen sichern den Familien das Überleben, doch viele der Frauen zahlen einen hohen Preis: ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, körperliche und sexuelle Gewalt. Die philippinische Inselwelt liegt im Pazifischen Ozean. Ihre tropischen Urwälder und bizarren Korallenriffe beherbergen artenreiche Ökosysteme. Tauchreviere und weite Sandstrände begeistern jedes Jahr Millionen Urlauber. Doch die Folgen des Klimawandels treffen die Philippinen aufgrund der geographische Lage besonders hart: Mit Taifunen, Vulkanausbrüchen und Erdbeben gehören sie zu den Ländern, die am stärksten von Naturkatastrophen betroffen sind.

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erstellt am 23.Feb.2017 | 13:10 Uhr

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