Weiteste Anreise: 12 800 Kilometer

Anke Babig reiste aus  Asuncion in Paraguay zur Vereidigung ihres Sohnes an. Thomas Schütze belohnte das mit Blumen.
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Anke Babig reiste aus Asuncion in Paraguay zur Vereidigung ihres Sohnes an. Thomas Schütze belohnte das mit Blumen.

Landrätin Stephanie Ladwig hielt ihre erste Festrede bei einem MUS-Gelöbnis / Anke Babig reiste aus Asuncion/Paraguay in Plön an

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05. Juni 2014, 15:14 Uhr

Die Soldaten der Marine pflegen nicht nur die nötige Handbreit Wasser unter dem Kiel, sondern offensichtlich auch eine gute Beziehung zum Wettergott. So zumindest schien es gestern bei der Vereidigung und dem Gelöbnis für die 272 Soldaten – 239 Männer und 33 Frauen – der Marineunteroffizierschule (MUS) auf dem Marktplatz, als der Himmel zu Beginn der Veranstaltung seine weit geöffneten Schleusen schloss.

Das tat auch Landrätin Stephanie Ladwig gut, die vor den angetretenen Soldaten und ihren Familien erstmals die Festrede hielt. Gemeinsam mit Admiralarzt Wolfgang von der Heide-Kattwinkel, MUS-Kommandeur Kapitän zur See Thomas Schütze und dem Kommandeur der Lehrgruppe B, Fregattenkapitän Christian Enghuber, schritt sie die Front der angetretenen Soldaten ab. Begleitet wurden sie dabei durch das Marinemusikkorps Kiel unter Leitung von Kapitänleutnant Andreas Siry.

Kapitän zur See Thomas Schütze begrüßte ganz besonders die Familie Babig, die mit einer Anreise von 12 800 Kilometern aus Asuncion in Paraguay den weitesten Anreiseweg hatte. Dafür gab es im Rathaus Blumen. Den Soldaten dankte Schütze, dass sie sich „für den Dienst an unserem Staat entschieden haben“. Zudem dankte er den Ausbildern für ihre wichtige Arbeit und dem hohen Niveau der Ausbildung.

Landrätin Stephanie Ladwig sieht Verteidigungministerin Ursula von der Leyen als oberste Befehlshaberin der Streitkräfte nicht in der Rolle als „Mutter der Kompanie“, sondern als eine Mischung aus Managerin und Außenpolitikerin. Mit ihrem ersten Vorstoß, die Armee künftig familienfreundlicher zu gestalten, habe sie bereits ein wichtiges Zeichen gesetzt. Die Aufgaben der Bundeswehr und damit die Aufgaben der Soldaten hätten sich in einer veränderten, zusammenwachsenden Welt in den vergangenen Jahrzehnten ebenfalls stark gewandelt und erweitert.

Der Kernauftrag der Armee, so Stephanie Ladwig, liegt nach wie vor in der Landes- oder Bündnisverteidigung: „Heute müssen sich deutsche Soldaten aber so oft wie nie zuvor außerhalb der eigenen Grenzen und außerhalb Europas an internationalen Friedensmissionen beteiligen.“ Doch es gehöre unabdingbar zur demokratischen Wertegemeinschaft, im Konfliktfall für die Bündnispartner einzutreten und den Frieden in der Welt zu wahren.

Wenn Soldaten jedoch alle zwei bis drei Jahre versetzt würden und wenn man lange ins Ausland gehen muss, seien das keine zukunftsfähigen Rahmenbedingungen. Das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ sei auch für die Bundeswehr ganz sicher ein wichtiger und bislang eher unbeachteter Ansatzpunkt.

Ladwig: „Ein Arbeitgeber wie die Bundeswehr mit rund 190 000 Beschäftigten kann sich auch der Nachwuchsfrage, die heute bei jedem mittelständischen Unternehmen und jeder Behörde längst auf der Agenda steht, nicht verschließen.“ Wie könne die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiv werden, ohne dabei zu vergessen, dass besondere Erfordernisse an die Bediensteten gestellt seien? Wie könne nach dem Wegfall der Wehrpflicht künftig gutes Personal rekrutiert werden? Die Bundeswehr brauche dringend Nachwuchs, das hat auch die Verteidigungsministerin erkannt. Landrätin Stephanie Ladwig zu den angetretenen Soldaten: „Wir freuen uns daher, dass es gelungen ist, mit Ihnen erneut qualifiziertes Personal gewonnen zu haben.“

In seiner Ansprache ging der Kommandeur Lehrgruppe B, Fregattenkapitän Christian Enghuber, auf seine Gespräche mit jungen Soldaten ein. Dabei habe er die Beweggründe für die Berufswahl Soldat hinterfragt. In allen Fällen sei es ein bewusster und sehr überlegter privater Schritt gewesen.


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