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Weiter verhärtete Fronten im Streit um Kiesgrube

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2014 | 18:40 Uhr

„Das ist das Beispiel für hochherrschaftliches Vorgehen wie von vor 200 Jahren.“ Dieser Satz zum Vorgehen der Inhaber des Kies- und Schatzwerks Kreuzfeld gegen Mitglieder der Bürgerinitiative „Gegen weiteren Naturabbau“ wurde immer wieder geäußert. Johann-Peter Wandhoff, der mit seinem Sohn Volker Inhaber des Kies- und Schatzwerks Kreuzfeld ist, geht jetzt – nachdem die Mitglieder der Bürgerinitiative gegen eine weitere Ausdehnung des Kiesgrubengeländes vorgehen – gegen die Bürger vor.

„Wenn wir unseren Mund aufmachen und nicht das wollen, was der Unternehmer will, dann schlägt jetzt Johann-Peter Wandhoff zurück“, heißt es aus dem Vorstand der Bürgerinitiative. Jüngstes Beispiel: Johann-Peter Wandhoff soll den Besitzern und den Reitern des Reitstalles Hebeukenberghof in Oberkleveez verboten haben, in Zukunft durch seinen Wald zu reiten. „Ich habe einen Schock erhalten, als ich von dem von Wandhoff persönlich vorgetragenen Verbot erfuhr“, sagt Günther Kruse, der mit seiner Ehefrau Angelika Kämmerer den Hebeukenberghof in Oberkleveez samt Ferienwohnungen betreibt.

Allerdings dürfen die Reiter den Wald von Wandhoff auch weiterhin bereiten, denn das Landeswaldgesetz schreibt vor, „das das Reiten im Wald auf eigener Gefahr auf privaten Straßen oder Wegen gestattet ist“, so die Bürgerinitiative. „Hier kennt Herr Wandhoff leider die gesetzlich vorgeschriebene Situation nicht“, meint Rolf Röhling als Sprecher der Bürgerinitiative. Auch Kreuzfelds Dorfvorsteher Wilfred Knop betonte, dass der Weg ein Gemeindeweg mit Gemeingebrauch sei. Es könne auch nicht sein, wenn das Land, die Tourismusverbände, die Kreise und die Kommunen damit werben, dass Reiten mit als Urlaubsangebot angeboten wird, dann einer einzelnen Person ein Gebiet sperren wollten, nur weil Bürger sich gegen eine weitere Naturzerstörung durch den Kiesabbau zur Wehr setzen.

Das zweite Beispiel des Vorgehens von Johann-Peter Wandhoff sei das von ihm ausgesprochene Betretungsverbot für das Kiesgrubengelände für einen Redakteur einer großen Tageszeitung, der über den Kiesabbau in seinem Wohnort Kreuzfeld berichtete. Wandhoff ließ dem Redakteur per Rechtsanwalt mitteilen, dass er ab sofort keine Zutrittsmöglichkeit mehr für die Kiesgrube habe. „So sieht die Pressefreiheit in Deutschland nach Auffassung von Johann-Peter Wandhoff aus“, betonte der Sprecher der Bürgerinitiative.

Das sei nicht nur moralisch bedenklich, das sei auch ein schlechter Stil, so Röhling weiter. Angesprochen auf dieses Vorgehen wurde auch die SPD-Landtagsabgeordnete Regina Poersch während eines Informationsbesuches bei der Bürgerinitiative. Es sei „unverständlich“, dass ein Unternehmer auf diese Art und Weise reagiere und auch so nicht hinnehmbar.

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