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Weiter Diskussionen in Kasseedorf über den Bauhof

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Gemeinde Kasseedorf ersetzt den in Ruhestand gehenden Mitarbeiter ihres Bauhofes durch eine neue 35-Stunden-Kraft. Diesen Kompromiss beschlossen die Mitglieder im Bauausschuss. Offen blieb die Frage, ob die Gemeinde einen Kostenvergleich für die Leistungen des eigenen Bauhofes in Auftrag gibt.

Bürgermeisterin Regina Voß (SPD) wertete die Personalentscheidung als Erfolg. Zwar habe ihre Fraktion eine Vollzeitstelle gefordert, CDU und WUB seien aber mit der Forderung nach einer Reduzierung auf 30 Wochenstunden in die Diskussion eingestiegen, sagte Voß dem OHA.

Seit Jahren wird zwischen den Parteien hart um die Ausrichtung des Bauhofes gestritten. Während die SPD immer von einem vielseitig einsetzbaren Bauhof als Vorteil für die Gemeinde spricht, fordern CDU und WUB regelmäßig die Fremdvergabe von Leistungen, damit die finanzschwache Gemeinde ihren Haushalt strukturell entlastet. Zuletzt ging der Winterdienst unter Widerstand der SPD an ein Privatunternehmen.

Anfang Juli gab es ein neues Gespräch der Gemeinden Schönwalde und Kasseedorf über eine engere Zusammenarbeit der Bauhöfe. Das Ergebnis: Die Urlaubsplanung der insgesamt vier Arbeiter soll aufeinander abgestimmt werden, damit beide Bauhöfe handlungsfähig bleiben. Auch bei größeren Anschaffungen will man sich abstimmen und Geräte gegenseitig zur Verfügung stellen.

Um eine belastbare Unterlage für weitere Gespräche über die Zukunft des Bauhofes zu erhalten, beriet der Kasseedorfer Bauausschuss nun über die Beauftragung eines Kennzahlenvergleiches. In Schönwalde war ein gleichlautender Antrag Ende August ohne Diskussion aufgrund des nicht erkennbaren Nutzens und der Kosten von 800 Euro einstimmig abgelehnt worden.

Die Kasseedorfer hatten sich eine Vertreterin der Kubus GmbH aus Schwerin, die sich auf die Beratung von Kommunen spezialisiert hat, zur Sitzung eingeladen. Am Ende gab es auch aus Kasseedorf keinen Auftrag, zumindest zunächst nicht. Im Gespräch mit Kerstin Magnussen, Kubus-Bereichsleiterin Verwaltungsmanagement, wurde bald klar: Ein Kennzahlenvergleich hilft nicht, da vergleichbare Bauhöfe nicht existieren. Magnussen: „Bauhöfe mit zwei oder drei Mitarbeitern sind längst zusammengelegt.“

Ihre Empfehlung: Eine Organisationsberatung sei nötig. Sie gebe an Hand von Tätigkeitsanalysen Auskunft über die Stärken und Schwächen. Eine flankierende Kosten-Leistungs-Rechnung runde das Bild ab.

Es blieb die Frage: Wer erhebt die erforderlichen Zahlen? Üblicherweise eine Aufgabe des Bauhofleiters, den es in Kasseedorf aber nicht gibt. Die Amtsverwaltung schied nach Auffassung des Ausschusses angesichts der derzeitigen Arbeitsbelastung ebenfalls aus. Also blieb nur die Bürgermeisterin als Datensammlerin.

Kerstin Magnussen lenkte den Blick noch einmal auf die vier Bauhöfe im Amt Ostholstein-Mitte. Eine Analyse aller vier gebe sicherlich noch mehr Informationen und rechtfertige auch die Kosten, die sie zwar nicht bezifferte, die aber über den 800 Euro für einen Kennzahlenvergleich lägen. Also erhielt Bürgermeisterin Voß den Auftrag, vor einer Entscheidung bei den Kollegen um deren Teilnahme zu werben.






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erstellt am 06.Sep.2014 | 18:20 Uhr

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