Hilfe für Kriminalitätsopfer : Weißer Ring half in 47 Fällen

Jens-Uwe Dankert (links) mit dem Landesvorsitzenden des Weißen Rings, dem ehemaligen Justizminister Uwe Döring (rechts).
Jens-Uwe Dankert (links) mit dem Landesvorsitzenden des Weißen Rings, dem ehemaligen Justizminister Uwe Döring (rechts).

Bilanz für 2013: Mehr Menschen als im Vorjahr wandten sich in Ostholstein an den Verein zu Unterstützung von Kriminalitätsopfern.

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06. März 2014, 11:20 Uhr

Die Zahl hat gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen: Die ehrenamtlichen Opferhelfer des Weißen Rings Ostholstein haben im vergangenen Jahr in 47 Fällen Opfern von Kriminalität und Gewalt geholfen, sagte Jens-Uwe Dankert, Leiter der Außenstelle Ostholstein bei seiner Jahresbilanz. Im Vorjahr seien es noch 42 Fälle gewesen.

Eine Zunahme hat es ebenfalls bei den Sexualstraftaten gegeben, deren Zahl von elf auf 15 gestiegen seien, vor schweren Körperverletzungen und Stalking. Einsatzschwerpunkte hätten 2013 in Eutin, Heiligenhafen und Lensahn gelegen. „Hinter den Zahlen verbirgt sich meist unbeschreibliches Leid, das den Opfern und deren Angehörigen zugefügt wurde“, sagte Dankert.

Menschen, die durch ein Verbrechen jäh aus ihrer Lebensbahn gerissen würden, benötigen vor allem Verständnis und Zuspruch. „Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Weißen Rings sind oft die ersten Menschen, die sich um Kriminalitätsopfer kümmern und den Betroffenen wieder Mut und Hoffnung geben“, sagte Dankert. Die Opferhelfer würden in Seminaren für ihre Arbeit geschult und ständig fortgebildet, wodurch eine angemessene Professionalität im Ehrenamt erreicht werde. Mit der Eröffnung von vier Traumaambulanzen in Schleswig-Holstein (Kiel, Lübeck (2) und Elmshorn) sei endlich eine langjährige Forderung des Weißen Rings umgesetzt worden.

Im Jahr 2013 hätten die Mitarbeiter in Ostholstein insgesamt 662 Stunden für die ehrenamtliche Arbeit geleistet, dabei seien den Kriminalitätsopfern über 10 000 Euro an finanzieller Hilfe zur Verfügung gestellt worden. „Besonderer Dank gilt allen Mitgliedern und Förderern für die Unterstützung, denn für die Opferhilfen bekommen wir keinerlei staatliche Zuschüsse“, sagte Dankert.

Sorge bereite dem Weißen Ring eine Zunahme „digitaler Gewalt“ mit ihren vielen Facetten. Dankert: „ Die vielfältigen Angriffsformen zielen überwiegend auf Herabsetzung, Rufschädigung und soziale Isolation des Opfers ab.“ Das rufe Gefühle von Hilflosigkeit und Angst hervor.

Auch in der Kriminalitätsvorbeugung engagiert sich der Weiße Ring. Dazu gehöre die Mitarbeit in den Kriminalpräventiven Räten der Städte und Gemeinden ebenso wie ein Gewaltpräventionsseminar zum Schutz von Frauen vor Gewalt. Mit vielen Vorträgen und Info-Ständen bemühe sich der Weiße Ring, ein stärkeres öffentliches Bewusstsein für die Situation der Opfer zu vermitteln. Wichtigster Partner bei der Vermittlung von Kriminalitätsopfern sei die Polizei, mit der man sehr gut zusammenarbeite. Aber auch die Kooperation und Vernetzung mit anderen Hilfsorganisationen sei optimal.

> Der Weiße Ring ist telefonisch unter 04521/8305377 zu erreichen.

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