Wein Jahrgang 1826

Helmut Thomsen zeigt Elke Poltz seine besonderen Stücke.
Foto:
Helmut Thomsen zeigt Elke Poltz seine besonderen Stücke.

Beim 12. Flaschen- und Glassammlertreffen gab es Kurioses und Wertvolles

von
01. Juni 2014, 17:29 Uhr

„Wir konnten die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr noch einmal steigern“, freut sich Jürgen Böhrens mit Blick auf das Internationale Flaschen- und Glassammlertreffen, das er gestern zusammen mit seiner Frau Hella zum 12. Mal auf dem Vorplatz des Kreismuseums Plön organisiert hatte. Etwa 50 Sammler aus ganz Europa, darunter aus England, Frankreich, Dänemark, Polen und Holland, waren angereist, um eigene Stücke zu verkaufen, zu tauschen oder neue zu kaufen. „Es sind auch wieder Aussteller dabei, die das erste Mal nach Plön gekommen sind“, berichtet Böhrens.

Seit vielen Jahren treuer Teilnehmer ist der Hamburger Helmut Thomsen, der sich auf Bierflaschen seiner Heimatstadt spezialisiert hat. Einige Besonderheiten seiner Sammlung präsentierte er der aus Ahrensburg angereisten Elke Poltz: Eine antike Tortenplatte, außerdem eine Weinflasche aus dem Jahr 1826, die ungeöffnet ist. Die Flasche stamme aus einem vor Südafrika gesunkenen englischen Schiff. Ein befreundeter Taucher habe ihm den Fund überlassen. Neben Flaschen werden an diesem Sonntag auch Gläser, Krüge, Vasen, antike Arzneibehälter und Perlenketten aus Glas angeboten, die bis zu 300 Jahre alt sind – die Vielfalt kennt keine Grenzen.

Doch warum findet dieses Fachtreffen eigentlich in Plön statt? Von 1630 bis 1700 habe die Glasproduktion in Holstein seine Glanzzeit erlebt, erläutert Böhrens. Das für die Glasherstellung notwendige Rohmaterial – vor allem Buchenholz – sei hier reichlich vorhanden. Von Rendsburg bis Segeberg habe es zahlreiche Glashütten gegeben, die ihre Produkte vor allem ins reiche Holland exportiert hätten. „Davon ist vieles weggeworfen worden“, berichtet Böhrens. „Deshalb sind originale Gebrauchsgläser aus dieser Zeit bei Sammlern heute besonders begehrt.“

Neben dem Fachpublikum schauen sich auch Laien um – zur Freude von Jürgen Böhrens, der hofft, noch mehr Menschen für das Sammeln von Glas zu begeistern: „Denn wie ich immer sage: Die Sammlung fängt beim zweiten Stück an!“




zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen