Wehrführer Guttchen beklagt fehlenden Respekt der Politik

Holger Zimmer (Mitte) wurde für 40-Jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr ausgezeichnet. Nils Lenkewitz und Tanja Weichert erreichen diese Zahl gemeinsam.
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Holger Zimmer (Mitte) wurde für 40-Jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr ausgezeichnet. Nils Lenkewitz und Tanja Weichert erreichen diese Zahl gemeinsam.

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10. Februar 2018, 18:30 Uhr

Martin Guttchen hatte bis zum Schluss der Hauptversammlung der Malenter Ortswehr gewartet. Erst nach 22 Uhr, als die Schinkenbrote gegessen, die Grußworte gesprochen und die zu Ehrenden ausgezeichnet worden waren, sprach der Ortswehrführer an, was ihm auf der Seele lag.

Es ging um die Ansprüche, die an die Feuerwehr gestellt werden und um den fehlenden Respekt vor dem, was deren Mitglieder leisten. Nicht von der Bevölkerung. Sondern von den Politikern.

„Die Ansprache des Bürgervorstehers in Benz bestand aus Vorwürfen der untersten Schublade, die Feuerwehr bringe sich nicht in den Gestaltungsprozess ,Malente 2030‘ ein“, berichtete Guttchen von einer Versammlung. Weiter sei der Feuerwehr vorgeworfen worden, sie respektiere nicht das ehrenamtliche Engagement der Selbstverwaltung, es fehle ihr an Weitblick. Er habe da nur mit dem Kopf schütteln können, sagte Guttchen.

Seine Kritik richtete sich auch an die Kommunalpolitik. Der Brandschutzbedarfsplan, der ursprünglich den Gestaltungsprozess der Wehr begleiten und ihre Entwicklung aufzeigen sollte, werde mittlerweile als Spielball genutzt, um Maßnahmen hinauszuzögern oder einfach nur Verantwortlichkeiten abzuwälzen. Dabei solle doch die Selbstverwaltung auf Grundlage dieser Expertise entscheiden, welchen Sicherheitsstandard sie für ihre Wähler sowie die Menschen für erforderlich halte.

Für dieses Jahr und darüber hinaus wünsche er sich, so Guttchen, dass sich jeder auf seine Kernkompetenz besinne und dem anderen seinen Handlungsspielraum nicht nehme oder dessen Kompetenz nicht in Frage stelle. „Seitens der Verwaltung wünsche ich mir insbesondere die Anerkennung an Fachkompetenz, die in den Feuerwehren vorliegt.“ Es bleibe festzuhalten, dass die Feuerwehr kein Verein, sondern ein Teil der Verwaltung sei und diese für deren Ausstattung verantwortlich sei.

Um das Thema Ausstattung war es bereits im Bericht des Gemeindewehrführers Bernd Penter gegangen. Angesichts der Probleme mit dem neuen Digitalfunk (wir berichteten) verkündete Penter, dass mit den vom Malenter Hauptausschuss genehmigten 10 000 Euro erst einmal vier Funkgarnituren in Kreuzfeld nachgerüstet werden sollen. Es solle nicht gleich die gesamte Summe ausgegeben werden, falls die Technik nicht funktioniere. An die anwesenden Gemeindevertreter adressiert sagte Penter: „Wir gehen sehr wohl sorgsam mit den Mitteln um.“

Darüber hinaus berichtete Penter, dass mit den Planungen für die Renovierung des Kreuzfelder Feuerwehrhauses Ende des Jahres begonnen werden solle. An diesen Planungen werde auch die Wehrführung beteiligt sein. 2020 solle die Hauptversammlung dann in einem frisch renovierten Feuerwehrhaus abgehalten werden. „Aber bitte nicht als Versprechen sehen“, fügte Penter sarkastisch hinzu.

Ein Baubeginn bereits 2018 sei leider nicht umzusetzen, sagte Uwe Potz, CDU-Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Hauptausschusses, in seinem Grußwort. „Aber wir wollen ja auch für die nächsten Jahre noch Aufgaben haben.“

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