zur Navigation springen

Feuerwehren in Ostholstein : Wehren stemmen 3291 Einsätze

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Orkane „Christian“ und „Xaver“ schrauben die Einsatzstatistik der Feuerwehren im Kreis Ostholstein in die Höhe

Mit 3291 Einsätzen registrierten die Feuerwehren im Kreis Ostholstein im vergangenen Jahr 801 Einsätze mehr, als 2012. „Dieser Sprung hat zwei Namen: Xaver und Christian“, spielte Kreisbrandmeister Ralf Thomsen auf die Orkane im vergangenen Jahr an. In der Statistik liegen die Hilfeleistungen mit knapp 61 Prozent weit vor den Brandeinsätzen mit zehn Prozent.

Thomsen hoffte bei der Bestellung von 24500 Digitalfunkgeräten in den nächsten Tagen auf eine klaglose Ausschreibung. Die Regionale Rettungsleitstelle Süd, die von Bad Oldesloe aus die Einsätze auch im Kreis Ostholstein koordiniere, erhalte zum 1. April einen neuen Leiter. Durch ein Schichtsystem solle gewährleistet sein, dass alle Notrufe, Hilfeersuchen und weitere Anfragen rund um die Uhr bearbeitet würden. Thomsen kritisch: „Das gelingt leider nicht immer zeitnah.“ Gerade nachts sei die Leitstelle total überfordert.

Die demografische Entwicklung wird auch vor der Feuerwehr nicht Halt machen: Von den 3747 Feuerwehrleuten stehen am Tag 1058 zur Verfügung – darunter 375 Atemschutzträger. Thomsen: „Das sind Zahlen, die nicht gerade beruhigen. Die Kommunen weisen immer mehr Bau- und Gewerbegebiete aus, vergessen aber oftmals, dass die Brandlast um ein Vielfaches steigt und dass sich der Bedarfsplan der Feuerwehr ändert.“

Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz sprach davon, dass aufgrund finanzieller Probleme der Kommunen bei den Wehren schrittweise ein Umdenkprozess in der Organisationsstruktur eingeleitet werden müsse. Er wünschte sich, dass diese Prozesse von den Wehren selbst eingeleitet werden. Landrat Reinhard Sager sprach den Feuerwehrleuten seine Anerkennung für einen uneigennützigen und mit viel Nächstenliebe versehenen Dienst ohne Zwang aus. So wird der Kreis in diesem Jahr rund 677000 Euro für die Ausstattung der Feuerwehren aufwenden. „Das sind keine Luxusausstattungen, sondern notwendige Anschaffungen“, sagte der Landrat. Schließlich gehe es auch um die Sicherheit der Feuerwehrleute.

Landesbrandmeister Detlef Radtke aus Lübeck berichtete über bisher erfolgreiche und beharrliche Marketingstrategien, mit denen der Landesfeuerwehrverband seine Feuerwehren attraktiv macht. Die Feuerwehrbedarfsplanung sei ein wichtiges Instrument für Feuerwehren und Kommunen. Radtke sprach sich für Sammelausschreibungen von Feuerwehrfahrzeugen aus: „Wasserführende Fahrzeuge müssen nicht neu erfunden werden.“ Künftig könnten Feuerwehren auch Kindergruppen mit Sechs- bis Zehnjährigen ermöglichen.

Für den Leitenden Polizeidirektor Heiko Hüttmann ist Sicherheit ein Wohlfühlfaktor, für den auch die Feuerwehr mitverantwortlich sei. Probleme gebe es durch die neuen Medien, die von Schaulustigen mit ihren Smartphones bei Unfällen bedient würden. Hüttmann stellte klar, dass die Feuerwehren keine Aufgaben einer Polizei mit weniger Beamten übernehmen müssten.

Hüttmann klagte über zunehmende Gewaltbereitschaft Betrunkener oder Bekiffter bei Einsätzen der Polizeibeamten aber auch der Feuerwehren. Damit Beamte nicht mehr allein ausrücken müssen, werden wohl auch in Ostholstein zwei kleine Stationen geschlossen. Als absurd bezeichnete Hüttmann Überlegungen, Rettungskräfte zur Selbstverteidigungskursen zu schicken. „Die Polizei steht an Ihrer Seite und sichert Ihnen vorbehaltlose Kooperation zu“, sagte Hüttmann.


zur Startseite

von
erstellt am 18.Feb.2014 | 04:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen