Wegerecht ist ein Zankapfel der Parteien

CDU/FDP bewerten SPD-Vorstoß als "skandalös"

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26. August 2011, 08:44 Uhr

Plön | Mit den Worten "inakzeptabel" und "skandalös" bewerten CDU und FDP in Plön die Reaktion der SPD auf eine Drohung der Eon-Hanse. Wie der OHA berichtete hatte das Unternehmen angekündigt, es werde im Falle der Netzübernahme durch die Stadtwerke Plön ihr Plöner Netzcenter schließen und Arbeitskräfte freisetzen.

In der Ratsversammlung ist hinter verschlossenen Türen die Konzession für die Wegenutzung ab 1. Dezember dieses Jahres knapp mit zwölf zu zehn Stimmen von der Eon-Hanse an die Stadtwerke Plön übertragen worden. Als amtierender Bürgermeister - Bürgermeister Jens Paustian ist befangen - legte Karl Winter (CDU) Widerspruch gegen diesen Beschluss ein.

Der jetzt auch öffentlich entbrannte Streit um die Wege- und Nutzungsrechte der Strom- und Gasleitungen in Plön nimmt neue Formen an. Dirk Krüger (CDU) und Gabriele Killig (FDP) greifen Bürgervorsteher Hans-Jürgen Kreuzburg (SPD) und den SPD-Fraktionschef Thorsten Pfau an. Ihre Vorwürfe an die Eon seien ehrenrührig und nicht hinnehmbar.

"Der Jurist Pfau sollte wissen, dass die von ihm verwendeten Begriffe ,Erpressung und ,Nötigung Straftaten beschreiben", beklagen Killig und Krüger. Wer sich in der politischen Diskussion solcher Begriffe bediene, disqualifiziere sich selbst.

Die SPD tue so, als hätte sie über die mögliche Schließung des Plöner Netzcenters bei einem Zuschlag für einen anderen Netzbetreiber noch nie etwas gehört. Das Gegenteil sei der Fall. Krüger und Killig: "Die SPD-Fraktion hat in vollem Wissen um den möglicherweise drohenden Verlust von 40 Arbeitsplätzen in Plön abgestimmt." Nun wolle sie die möglichen Konsequenzen offensichtlich nicht wahrhaben.

Thorsten Pfau unterschätze offensichtlich die Urteilsfähigkeit seiner Kollegen in der Ratsversammlung. Die Mitglieder der CDU- und FDP-Fraktion fühlten sich nicht unter Druck gesetzt. Sie würden alle Fakten und Argumente der bisherigen Diskussion in ihrer Gesamtheit würdigen. Am Sachstand, der zu der Unwirksamkeit dieses Beschlusses geführt habe, habe sich seit diesem Zeitpunkt nichts geändert.

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