Eutin : Webergymnasiasten drucken Faceshields für Ostholstein

Informatiklehrer Tobias Hageleit freut sich, dass engagierte Schüler wie Niklas Dörfling und Michel Plewa beim Projekt mitmachten.
1 von 2
Informatiklehrer Tobias Hageleit freut sich, dass engagierte Schüler wie Niklas Dörfling und Michel Plewa beim Projekt mitmachten.

Sinnvolles Informatikprojekt mit Elfklässlern: Sie bauen Faceshields mit 3D-Drucker und geben sie kostenlos an Praxen.

Avatar_shz von
20. Juni 2020, 22:48 Uhr

Eutin | Sie haben es bei anderen gesehen und wollten auch Gutes tun: Eutiner Weber-Schüler der elften Klasse haben gemeinsam mit ihrem Informatiklehrer eine Möglichkeit gefunden, Gesichtsvisiere, sogenannte Faceshields, mit ihrem 3D-Drucker herzustellen.

Informatiklehrer freute sich über das sinnvolle Projekt in der Corona-Zeit

Informatiklehrer Tobias Hageleit erklärt: „Mir ist sofort klar gewesen, dass dies etwas für meine Informatikschüler ist. Was kann Schüler mehr motivieren als ein sinnvolles Projekt, in dem sie sich hilfreich und gemeinnützig für andere Menschen einzusetzen wollen? Für uns alle eine Win-Win-Situation. Zudem ist der 3D-Druck eine der Schlüsseltechnologien, die wir den Schülerinnen und Schülern seit diesem Schuljahr im Unterricht näherbringen können.“

Schüler wie Niklas Dörfling und Michel Plewa sind begeistert vom Projekt und gestalteten die Projekt-Website.
Webergymnasium
Schüler wie Niklas Dörfling und Michel Plewa sind begeistert vom Projekt und gestalteten die Projekt-Website.
 

Schüler von Anfang an begeistert

Innerhalb weniger Stunden seien die Drähte der Schüler über die sozialen Netzwerke heißgelaufen und sie seien bereit gewesen, etwas Sinnvolles in der und gegen die Corona-Krise zu unternehmen. Niklas Dörfling und Michel Plewa hatten mit viel Engagement die Projekt-Webseite erstellt. „Über unsere Internetpräsenz wollen wir natürlich auf unsere Faceshields aufmerksam machen. Zudem hat das Erstellen der Webseite mit Niklas auch großen Spaß gemacht. Es ist schon toll, wenn man mit seiner Arbeit auch Sinnvolles und Hilfreiches bewegen kann“, meinte Michel Plewa.

Im Extruder werden die Visier-Halterungen hergestellt.
Webergymnasium
Im Extruder werden die Visier-Halterungen hergestellt.

Die Faceshields sollen Menschen in Klinken, Arztpraxen, Pflegeheimen und anderen Bereichen vor Infektionen schützen. Aus einem sogenannten Extruder, eine sozusagen computergesteuerte Heißklebepistole, aus der ein feiner, heißer Kunststoff-Faden austritt, entsteht in einem 3D-Drucker auf einer Glasplatte innerhalb von zwei Stunden das Gestell für ein Faceshield. Mit stabiler Folie und einem Gummiband versehen sei das ein sehr guter Infektionsschutz. Bis zu sechs Masken pro Tag ließen sich drucken.

Einrichtungen in Ostholstein können sich melden

Unterstützt wurden die beiden Weber-Schüler von Christian Hüttmann, Lara Bögelsack, Juline Brach und Jakob Hageleit, die für die Erstellung der Videos, Bilder und Texte sowie für den Ausdruck und die Beschaffung der Materialien zuständig sind. Die Produktion der Faceshields fand vollständig zu Hause statt, da sich die Schüler aus Gründen des Infektionsschutzes nicht in der Schule aufhalten durften. So wurde der 3D-Drucker bei einem Schüler zu Hause aufgestellt und Materialien, Folie für das Visier aus dem Bürobedarf, Textilgummilitze, eingekauft.

So sieht dann das fertige Faceshield aus.
Webergymnasium
So sieht dann das fertige Faceshield aus.

In einer Eutiner Arztpraxis werden die Faceshields bereits genutzt. Jetzt hofft die Projektgruppe, dass noch weitere Einrichtungen die Faceshields nutzen wollen. Interessierte Einrichtungen in Ostholstein können sich unter www.face-shields-weberschule.de informieren und dort auch Masken der Eutiner Weber-Schüler kostenfrei bestellen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen