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Weber-Schüler üben Europapolitik als Planspiel

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 18.Mär.2015 | 12:27 Uhr

Welche Herausforderungen die europäischen Regierungschefs im Europäischen Rat zu meistern haben, fanden jetzt Schüler der Carl-Maria-von-Weber-Schule heraus. Geleitet von dem Team der Jungen Europäischen Föderalisten Schleswig-Holstein – einer Jugendsparte der Europa-Union, bestehend aus Enrico Kreft, Henrike Menze, und Henrik Domanski – nahmen die Klassen Q2b und Q2d an einer Simulation teil – im Zeitraffer.

Einen Vormittag hatten die Schüler Zeit, um einen Beschluss zu fassen, über den das echte Gremium schon seit 2005 debattiert: Die Aufnahme der EU-Beitrittskandidaten Serbien und der Türkei sowie die des potenziellen Kandidaten Kosovo in die Europäische Union.

Repräsentiert von je zwei Schülern waren fast alle Mitgliedsstaaten vertreten. Um der Aufgabe gerecht werden zu können, hatten sich die Klassen im Rahmen des Wirtschaft/Politik-Unterrichts auf das Planspiel vorbereitet. Zusätzlich erhielt jedes Land eine Tischvorlage, die Details zu ihrem Land und relevante Informationen zusammenfasste. Enrico Kreft, erfreut über die herausragende Vorbereitung, nannte die Simulation eine „Idealvariante“. Wie beim Vorbild wurde auch in der Aula der Weberschule großer Wert auf formelle Richtigkeit gelegt. Die Schüler hatten die Flaggen ihrer jeweiligen Länder vor sich stehen und angeredet wurde einander von nun an nur noch mit dem Ländernamen, woran sich die Schüler aber erstaunlich schnell gewöhnten.


Strittige Themen: Türkei und Kosovo


Nach einer Einweisung durch die Organisatoren waren die Schüler weitestgehend auf sich gestellt und mussten die Konflikte der drei Kandidaten im Diskurs lösen. Angefangen mit der Türkei wurde schnell klar, dass eine einfache Lösung nicht auf dem Programm stand. Bei sensiblen Themen wie Folter und Medienzensur zeigte sich die Türkei wenig kooperativ und besonders im Konflikt um Zypern ging die Verhandlung intensiv zu. Charlotte Linse, die für Lettland die Moderation führte, sagte, es sei ihr und den anderen Moderatorinnen zeitweilig schwer gefallen „die Diskutierenden in Zaum zu halten“. Freundschaftlich blieb es dennoch jederzeit, das bestätigt auch Klaas Mielck, der, die Türkei repräsentierend, mit vielen Klassenkameraden unterschiedlicher Meinung war.

Ein weiteres Streitthema war der Disput um die völkerrechtliche Anerkennung des Kosovo. Das Kosovo hat zwar bereits 2008 seine Unabhängigkeit erklärt, wird aber heute noch von Serbien zum eigenen Territorium gezählt. Auch weitere EU-Staaten wie Griechenland, Spanien und Rumänien erkennen die Unabhängigkeit des Kosovo noch nicht an. Dass dieses Problem sich nicht leicht lösen lassen würde, war offensichtlich, denn damit das Kosovo offiziell zum Beitrittskandidat werden kann, muss jedes EU-Mitgliedsland dieses als souveränen Staat anerkannt haben. Gleichzeitig ist für Serbien die Anerkennung des Kosovo und der damit verbundene Verzicht auf die entsprechende Teilregion eine der Kernvoraussetzungen für den Beitritt in die EU.

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