Eutin : Wasserschäden in Sana-Klinik gefährden Patientenversorgung

Die Sana – hier die Klinik in Eutin – hat eine Reihe von Problemen.
Die Sana-Klinik in Eutin: Das 15 Jahre alte Krankenhaus wird permanent von Wasserschäden heimgesucht.

Das Krankenhaus hat mit Sickerwasser zu kämpfen. Eine Sanierung würde zwischen 20 und 40 Millionen Euro kosten.

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21. November 2017, 18:45 Uhr

Eutin | Personalnot, schlechte Stimmung in der Belegschaft und wachsender Ansehensverlust: Die Sana-Kliniken in Ostholstein haben schon reichlich Probleme. Ein weiteres kommt hinzu, so groß, dass es die Gesundheitsversorgung des Kreises Ostholstein ernsthaft bedrohen könnte: Sickerwasser.

Wie Geschäftsführer Klaus Abel am Dienstag im Hauptausschuss des Kreistages schilderte, wird das 15 Jahre alte Krankenhaus in Eutin permanent von Wasserschäden heimgesucht. Es sei noch nicht klar, in welchem Umfang das Gebäude, das für gut 200 Patienten ausgelegt ist, durch Sickerwasser aus Leitungen oder Schadstellen im Dach und Fassade beschädigt worden sei. Aber Untersuchungen in allen Gebäudeteilen ließen wenig Gutes ahnen.

 Sana-Geschäftsführer Klaus Abel.
Sana
Klaus Abel
 

In verschiedenen Bereichen seien Wasserschäden festgestellt worden. Zu diesen Bereichen gehört die Pädiatrie, die – wie vor acht Wochen berichtet – schon wieder umziehen muss, nachdem sie erst vor vier Jahren von Wasserschäden betroffen war.

Das Gesundheitsamt des Kreises sei eingeschaltet, berichtete Abel, am Mittwoch werde es einen ersten Ortstermin geben. Noch sei die Frage offen, welchen Umfang die Wasserschäden hätten und welche Konsequenzen gezogen werden müssten. Abel sprach von Kosten zwischen 20 und 40 Millionen Euro, die eine Sanierung kosten könnte – an einem Gebäude, das bei seinem Bau 2002 rund 50 Millionen Euro gekostet hat.

Damit nicht genug: Für den OP-Bereich in Oldenburg seien Brandschutzauflagen erteilt worden, die schätzungsweise weitere 15 Millionen Euro forderten. Andernfalls drohe eine Schließung der Station. Es sei nachvollziehbar, dass die Sana den Sanierungsbedarf in Eutin und Oldenburg nicht ohne finanzielle Hilfe bewältigen könne.

Dieser baulichen Sorgen zum Trotz hatten die Kreistagspolitiker im Hauptausschuss wenig Mitleid mit Klaus Abel in Hinsicht auf die öffentlich erhobenen Vorwürfe einer unzureichenden Personalausstattung: Abel wurde heftig kritisiert, und der Ausschuss wiederholte seine Forderung, dass die Sana in Oldenburg eine Grund- und Regelversorgung der Patienten sicherstellen müsse.

„Das ist alles andere als befriedigend“, quittierte etwa Monika Obieray (Grüne) eine Stellungnahme Abels zu den jüngsten Vorgängen im Ausschuss. Die öffentlich diskutierten Personalprobleme seien nicht neu und immer noch ohne Lösung, drängende Fragen blieben unbeantwortet, Vertrauen werde nachhaltig  zerstört: „Sie reiten sich immer tiefer rein“, schimpfte Obieray. SPD-Fraktionssprecher Burkhard Klinke sprach gar von einem „Super-Gau für die Gesundheitsversorgung in Ostholstein“. 

Petra Kirner (CDU) konstatierte, dass es ja nur wenige Klagen von Patienten gebe, die vielleicht einmal über die Qualität des Essens  oder unfreundliches Personal mäkelten. Aber durch die öffentliche Diskussion werde ein schlechter Ruf befördert. „Das Haus gerät in Verruf“, pflichtete Manfred Breiter (FDP) bei, und Manfred Jaeger (SPD) warf Abel vor, dass er auf die öffentlich erhobenen Vorwürfe aus den eigenen Haus nicht auch öffentlich reagiert habe – und das auch  im Ausschuss nicht getan habe.

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