Eutin : Wasserschaden im Tischbein-Haus

Achim Tsutsui ist schockiert vom Ausmaß des Schadens in einem der Ausstellungsräume. Fotos: Alexander Steenbeck
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Achim Tsutsui ist schockiert vom Ausmaß des Schadens in einem der Ausstellungsräume. Fotos: Alexander Steenbeck

Heimstatt des Kunstkreises Eutin zurzeit nicht mehr nutzbar / Denkmalschutzbehörde: „Es besteht Handlungsbedarf“.

shz.de von
29. August 2018, 17:51 Uhr

Ein zwei Meter langes Loch klafft in der Wand, die Türen und der Holzfußboden sind aufgequollen, Schimmel ist auf dem Vormarsch: Ein Wasserschaden hat das Tischbein-Gartenhaus in der Stolbergstraße 8 nahezu unbenutzbar gemacht.

Vor rund 200 Jahren wohnte hier der berühmte Goethe-Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, heute residiert hier der Kunstkreis Eutin und zeigte Ausstellungen seiner Mitglieder und Gäste. Nun steht der Verein ohne Heimstatt da. „Alles auf Null“, sagte ein sichtlich niedergeschlagener Achim Tsutsui, 1. Vorsitzende des Kunstkreises, nach der Beschau des Schadens.

Verursacher des Wasserschadens war ein Unwetter vor knapp zwei Wochen, berichtet Tsutsui. Die Trommelgruppe übte gerade, als ein schwerer Regenguss hereinbrach. „Man konnte nicht mal mehr die Bäume im Garten sehen, so stark hat es geregnet“, erinnert sich Tsutsui. Kurze Augenblicke später schoss Wasser aus der Wand des linksseitigen Ausstellungsraums, floss quer durchs Haus und zur Eingangstür wieder heraus. Die Kunstkreis-Mitglieder schöpften den Großteil aus den Räumen; zurück blieben durchnässte Böden, Türen und eine unterspülte Fachwerkseite.

Ein Handwerksbetrieb öffnete die Zimmerwand, legte das Mauerwerk frei. Die Ursache war schnell ermittelt: Eine Regenrinne war angesichts der Wassermassen übergelaufen. Die Regenflut ergoss sich zwischen Hauswand und dem Nachbargebäude, suchte sich schließlich seinen Weg durch das Mauerwerk.

Der Kunstkreis ist Mieter des Hinterhofs in der Stolbergstraße 8. Während der Garten der Stadt gehört, ist der Ortsverein des Deutschen Rote Kreuzes (DRK) Eigentümer des denkmalgeschützten „Stolberghauses“ inklusive Tischbein-Gartenhaus. DRK-Ortsvereinsvorsitzende Kerstin Clausen war gestern jedoch nicht zu einer Stellungsnahme zu erreichen. Tsutsui erinnerte sich jedoch, dass „die vom DRK ziemlich geschluckt haben“, als die vom Ausmaß des Schadens am Haus erfahren hatten.

Die untere Denkmalschutzbehörde des Kreises Ostholstein hat den Schaden in der vergangenen Wochen in Augenschein genommen. „Es besteht Handlungsbedarf. Um beurteilen zu können, in welchem Umfang Sanierungsarbeiten erforderlich sind, sollte zunächst eine Schadenkartierung vorgenommen werden“, sagte Carina Leonhardt, Pressesprecherin des Kreises gestern.

Ein Lichtstreif am Horizont: Vorerst geht der Ausstellungsbetrieb des Kunstkreises in der Alten Küche im Schloss weiter. Vom 1. bis zum 27. September sind dort Werke von Doris von Klopotek zu sehen. Alle weiteren Ausstellungen im Kunstkreis fallen aber erst einmal aus. Tsutsui ist jedoch „gutes Mutes, dass es im Tischbein-Gartenhaus weitergeht“. Schließlich sei das Gebäude „eine Wucht“, so Tsutsui. Am 14. September hat der Kunstkreis-Chef eine außerordentliche Sitzung der 30 Mitglieder einberufen. „Wir sind erpicht darauf, hier zu bleiben.“

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