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Wasserpreis: Kritik am neuen Gebührenmodell

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Fraktion der „Bürger-Innen für Malente“ lehnt die von den Gemeindewerken geplante Gebührenreform ab. „Dieses Modell privilegiert und subventioniert die Großabnehmer, belastet die Familien und bringt nur geringfügige Verbesserungen für die Ein- bis Zweipersonenhaushalte“, kritisierte Fraktionssprecherin Dagmar Nöh-Schüren vor der entscheidenden Sitzung des Werksausschusses am Mittwoch, 7. Dezember. Statt dessen fordert sie ein Preismodell, dass sich nur nach dem Wasserverbrauch richtet.

Die geplante Staffelung der Grundgebühren bei gleichzeitiger Absenkung des Kubikmeterpreises würde besonders Familien mit Kindern benachteiligen und Großabnehmer wie Kliniken und Hotels, aber auch die Gemeinde selbst als großen Verbraucher subventionieren, kritisierte Nöh-Schüren. Die Großabnehmer bezögen über 25 Prozent des Wassers. Schon jetzt zahlten sie einen niedrigeren Kubikmeterpreis als kleine Endverbraucher.

Bei der beabsichtigten Reform würden etwa die Großabnehmer über 6000 Kubikmeter nur noch insgesamt rund 159  000 Euro jährlich zahlen. Bestimmte dagegen allein die Wassermenge den Preis, müssten diese Großverbraucher rund 244  000 Euro zahlen – rund 84  000 Euro mehr. Stiege bei gleichbleibender Grundgebühr nur der Wasserpreis, müssten die betroffenen Großabnehmer insgesamt rund 183  000 Euro entrichten – rund 24  000 Euro mehr als in dem von Werkleiter Olaf Bennühr vorgestellten Modell, rechnete Dagmar Nöh-Schüren vor.

Wäre allein der Kubikmeterpreis maßgebend, würden Familien nicht benachteiligt. Eine dreiköpfige Familie mit 110 Kubikmetern Verbrauch müsste danach künftig 281,60 Euro zahlen, nach dem Modell der Gemeindewerke wären es 339,77 Euro. Eine vierköpfige Familie mit 160 Kubikmetern müsste 469 statt 409,60 Euro zahlen.

Die Gemeindewerke hätten drei Kunden mit einem Wasserverbrauch von mehr als 10  000 Kubikmetern, vier lägen bei „5001 bis 10  000“, zwölf bei „2000 bis 5000“, 29 bei „1001 bis 2000“ und 111 bei „500 bis 1000“. „Alle diese 159 Großverbraucher würden privilegiert, die große Masse aber benachteiligt“, beklagte Nöh-Schüren. Es seien mithin die Kleinen, die die Großen nach dem neuen Wassergebührenmodell subventionieren sollten.

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erstellt am 02.Dez.2016 | 15:01 Uhr

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