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Ostholsteiner Anzeiger

24. November 2017 | 21:34 Uhr

Wasser aus allen Richtungen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bei der Wassersportveranstaltung von Germania Ruderverein und Ostholsteiner Anzeiger an der Fissauer Bucht gab es am Sonnabend kaum eine trockene Minute

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2017 | 20:25 Uhr

Die Regattateams nahmen dem Vorsitzenden des Germania Rudervereins Eutin (GRVE), Wulf Schöning, die Entscheidung ab. Während er mit dem Helferstab angesichts des ergiebigen Dauerregens über eine Absage der 7. Firmen- und Teamregatta nachdachte, bauten die ersten Teilnehmer gegen 9.30 Uhr ihre Pavillons auf und bereiteten sich auf die Rennen vor. Zwar gab es wegen des Wetters ein paar kurzfristige Absagen, aber diejenigen, die sich auf das Abeteuer der Regenregatta einließen, wurden mit einem sportlich anstrengenden, aber auch unterhaltsamen Tag belohnt.

Handtücher waren in den Rennen bis zu den Endläufen die gefragtesten Utensilien. Zur Rudervorbereitung gehörte am Sonnabend nicht nur das Einstellen der Stemmbretter auf die individuellen Körpermaße, sondern auch das Entwässern der Boote mit Tüchern, die ausgewrungen werden mussten, Nebenwirkung: die Kräftigung der Finger-, Hand- und Armmuskulatur. Erfahrene Ruderpaten hatten ihren Teams noch einen Tipp mitgegeben: „Bitte bringt Wechselklamotten mit!“

Alte Regattahasen waren mit den Abläufen vertraut, einige Mannschaften sind schon öfter dabei gewesen. Neuland war die Ruderregatta aber für das Team „Kendrion“. Kirsten Pahl, Frank Melzer, Tanja und Hans-Reinhard Dahm ließen sich auch von den unwirtlichen Wetterverhältnissen nicht den Spaß verderben. „Wir sind total beeindruckt, von der ganzen Organisation, von dem Rennen an sich, es hat riesig viel Spaß gemacht“, fasste Tanja Dahm ihre Eindrücke nach dem ersten Ruderwettbewerb ihres Lebens zusammen. Den Regen habe sie auf dem See fast überhaupt nicht gespürt. Frank Melzer saß nach 40 Jahren zum ersten Mal wieder in einem Ruderboot: „Es war wunderbar! In meiner Jugendzeit habe ich das mal gemacht, aber das ist eine Ewigkeit her.“ Kirsten Pahl genoss das Gemeinschaftserlebnis: „Das war ein sehr harmonisches Miteinander von allen, zu Anfang mussten wir uns aufeinander einstimmen, aber nach fünfmaligem Training hat das sehr gut geklappt.“ Die Kendrion-Crew besteht aus zwei Firmen, die zum Konzern gehören, „Automotive“ und „Automation“, für die jeweils zwei Mitarbeiter in den Wandervierer stiegen. „Wir haben alle verschiedene Einsatzgebiete, von der Entwicklung über den Einkauf hin zu Konstruktion und Arbeitsvorbereitung“, erläuterte Hans-Reinhard Dahm die Berufsfelder im Boot.

Georg Elbers, Verlagshausleiter des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages in Eutin sagte anerkennend: „Ich habe mir sagen lassen, dass die Vorbereitungen auch in diesem Jahr gut gelaufen sind.“ Die Crews hätten sich nicht vom Wetter beeindrucken lassen: „Hier wird wirklich Sport getrieben!“

Ein packendes Finish lieferten sich im Frauen-Finale die „Zuckerschnecken“ der Stadtbäckerei Klausberger und die Lehrerinnen der Voß-Schule. Das Voß-Team verteidigte in der Vorjahresbesetzung Katharina Billkus, Pamela Junker, Barbara Siebrecht und Birgit Behr den Titel. „Wir haben lediglich den Steuermann gewechselt“, sagte Barbara Siebrecht. Jannik Feierson war mit seinem Team zufrieden: „Alle waren sehr nett, die rudern ja schon seit mehreren Jahren. Da muss ich gar nicht so viel erklären.“ Das Training sei gut gelaufen, berichtete Lehrerin Birgit Behr. Lediglich einmal habe sie der Steuermann zur Ordnung gerufen, als ihm die Plauderei im Boot zuviel geworden sei.

Der GRVE-Vorsitzende Wulf Schöning schaute am Vormittag oft zum Himmel und sah dort eine finstere Wolkendecke, die nicht verschwinden wollte. Er habe damit gerechnet, dass einige Teilnehmer ein bisschen zaudern und zagen würden, aber nichts dergleichen geschah: „Ganz im Gegenteil: Es war tatsächlich so, dass alle mit Spaß an diese Regengeschichte herangegangen sind.“ Bürgermeister Carsten Behnk hatte auch an diesem Wochenende viele Verpflichtungen, nutzte aber die Gelegenheit die „Rathaus-Crew“ moralisch zu unterstützen.

Eine kurze Unstimmigkeit gab es in der Männerkonkurrenz. Eigentlich hatten sich nur vier Boote beteiligt, doch dann fiel in einem Mixed-Boot die Ruderin aus, die sich an den Händen verletzt hatte. Sie stieg aus, das Boot ruderte danach bei den reinen Männerteams mit. So wurde die Reihenfolge zum Leidwesen einer Mannschaft noch einmal durcheinandergebracht. Bei der Siegerehrung ging es aber wieder harmonisch zu. Überraschend: Der Siegervierer, die Volksbank, zeigte der Konkurrenz mit einer Frau im Boot das Heck und fuhr mit Andreas Boldt, Raphael Granzow, Simon Mohr und Alexandra Gutzeit-Düvel auf den ersten Rang.

Das größte Feld gab es in diesem Jahr in den gemischten Boote, hier gab es Vor- und Hoffnungsläufe, Halbfinals und das große Finale, in dem sich „4 gewinnt“ durchsetzte, das Team der Curtius-Klinik mit Judith Kuhnert, Beate Schmidt, Tobias Witzmann und Thoralf Schröder an den Skulls.

Gewinner waren am Sonnabend nicht nur Ruderinnen, Ruderer und Zuschauer, auch die Flüchtlingshilfe profitierte von dem Ereignis. Jeweils zehn Euro vom Startgeld gingen – wie schon im Vorjahr – an die Organisation, die Flüchtlinge bei der Integration unterstützt.

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