Hohwacht : Warnungen statt Betteln

Ein neuer, drohender Ton kommt in die Stellungnahmen aus dem Nordosten des Kreises Plön zur befürchteten Schließung der Schillkaserne.

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08. August 2011, 11:13 Uhr

Hohwacht | Der Lütjenburger Bürgermeister Lothar Ocker hatte kürzlich vor einer sinkenden Toleranz in der Bevölkerung für die Bundeswehr-Übungsplätze in Putlos und Todendorf gewarnt, falls die Bundeswehr aus Lütjenburg abziehe (wir berichteten). In dieselbe Kerbe haut Klaus-Dieter Dehn, Gastronom und ehrenamtlicher Bürgermeister in Hohwacht.

Die jüngsten Verlautbarungen des Verteidigungsministers Thomas de Maizière brächten ihn zu der Annahme, dass der größte Heeresstandort in Schleswig-Holstein, die Schill-Kaserne in Lütjenburg, dem Rotstift zum Opfer fallen könnte, stellt Dehn fest. In der strukturell und wirtschaftlich schwachen Region wäre das eine Katastrophe.

Die Gemeinde Hohwacht pflege seit vielen Jahren ein besonders partnerschaft liches Verhältnis zur Bundeswehr. Eine seit über 27 Jahren bestehende Patenschaft mit der 1. Batterie des Flugabwehrlehrregiments 6 sei eine der wesentlichen Säulen guten Zusammenlebens.

Er frage sich, ob die Betroffenen in der Region mit den von den Übungsplätzen Toden dorf und Putlos verursachten Emissionen und Einschränkungen weiter leben könnten und wollten, wenn die Bundeswehr aus Lütjenburg abziehe.

Die Gemeinde Hohwacht sei am stärksten betroffen: Sie habe auf einen Ausbau des Bootshafens verzichten müssen, der die Tourismusregion gestärkt hätte. Außerdem müsse man den Gästen erklären, warum sie in der Hohwachter Bucht nicht frei segeln können, warum am Strand einige Bereiche gesperrt sind und was denn da so knalle und ob das nicht gefährlich sei.

Dehn: "Bisher haben wir das alles gerne ertragen und getan, weil die Bundeswehr ein Teil unseres Lebens ist und weil viele Soldaten und ihre Angehörigen in den vergangenen Jahren gute Freunde geworden sind. Das spiegelt sich auch im Bereich der Nachwuchswerbung für die Bundeswehr wieder." Er sei sicher, dass diese Akzeptanz aber schwinden werde, wenn die Armee aus Lütjenburg abziehen sollte.

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