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Waldkindergarten: Eltern gehen auf die Barrikaden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 12.Jul.2017 | 11:59 Uhr

Das Gezerre um die Zukunft des Malenter Waldkindergartens „Kleine Räuberbande“ schlägt immer höhere Wellen. Die Eltern der Einrichtung haben sich gestern in einem offenen Brief an Bürgermeisterin Tanja Rönck und die Malenter Parteien gewandt und üben massive Kritik an der Art der Entscheidungsfindung.

Der bisherige Trägerverein ist auf der Suche nach einem professionellen Nachfolger als Träger der Wald-Kita. Gegen den Widerstand des Vereins hatten Politik und Verwaltung bis zuletzt auf „Pädiko“ als künftigen Träger gesetzt. Selbst nachdem Pädiko-Geschäftsführerin Monika Clausing dem Ostholsteiner Anzeiger erklärt hatte, nicht gegen den Willen des Trägervereins für eine Übernahme der Wald-Kita zur Verfügung zu stehen, wollte man Pädiko hinter den Kulissen noch umstimmen.

Erst am Dienstag sagte der Kieler Verein endgültig ab. „Der andauernde konfliktreiche und öffentlich belastete Vorgang der Übernahme der Trägerschaft hat Pädiko veranlasst, nochmals sein Interesse daran zu überdenken“, hieß es in einem Schreiben an die Gemeinde. Daher hätten Fachleitungen und Geschäftsführung entschieden, die Trägerschaft nicht weiter anzustreben.

Dr. Ruth Sindt, Vorsitzende des bisherigen Trägervereins, erklärte gestern, die Gemeinde habe sie über den nun offenbar endgültigen Rückzug von Pädiko noch nicht informiert. Auch die Eltern gehen in ihrem Brief noch vom Festhalten an Pädiko aus.

„Wir sind zutiefst entsetzt, wütend und fassungslos“, erklärten die Elternvertreterinnen Delfina Selano und Henrike Richter im Namen aller Eltern. Sie fragen: „Was ist so schwer daran, gemeinsam mit dem jetzigen Verein des Waldkindergartens Malente eine einvernehmliche Lösung zu finden, indem ein passender Träger gefunden wird, der konzeptionell zum Waldkindergarten passt?“

Man könne die Vorgehensweise der Gemeinde und der Parteien nicht begreifen, erklärten die Eltern. Die Mitgliederversammlung habe einstimmig für die Zusammenarbeit mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) votiert. Der ASB hatte sich neben Pädiko und dem Kinderschutzbund ebenfalls um die Übernahme der Trägerschaft bemüht. „Wir möchten keinen Verein als Träger, der bereit ist ,am TVÖD zu drücken‘ und uns sein Konzept überstülpen möchte“, bekräftigten die Eltern. Sie hätten die Wald-Kita gewählt, weil sie das Konzept überzeuge – und nicht zuletzt auch wegen der Mitarbeiter. Die Elternschaft stehe weiterhin voll und ganz hinter der Arbeit des Vereinsvorstands. Der ASB sei auch aus ihrer Sicht der einzige, der den Bedürfnissen des Waldkindergartens gerecht werden könne.

Enttäuscht äußern sich die Eltern über die Amtsführung von Tanja Rönck. Auf ihrer Homepage verspreche die Verwaltungschefin Miteinander und Mitnahme sowie Offenheit und Transparenz. „Davon merken wir nichts.“ Eine Schnittstelle zwischen Verwaltung und Bürgern sei nicht sichtbar.

Den Parteien attestieren die Eltern, kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Trägerverein auf Augenhöhe zu haben. Sparsamkeit auf dem Rücken von Kindern auszutragen, entspreche nicht ihrem Verständnis von Demokratie. Seit zwölf Jahren werde der Kindergarten erfolgreich als Elterninitiative geführt – und nun mit Füßen getreten. Wertschätzung sehe anders aus.

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