Malente : Waldfriedhof droht die Schließung

Bei einer Gemeindeversammlung zum Malenter Friedhofswesen soll über die Zukunft des Waldfriedhofes beraten werden.

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09. März 2011, 10:47 Uhr

Der Malenter Waldfriedhof steht möglicherweise vor der Schließung. Über die Zukunft der Begräbnisstätte will der Kirchenvorstand am Sonntag, 20. März, ab 10.45 Uhr in Anschluss an den Gottesdienst in einer Gemeindeversammlung debattieren. "Wir hoffen auf eine offene Diskussion darüber, wie es mit dem Friedhofswesen in Malente weitergehen soll", erklärte Pastor Torsten Becker.

Eine Schließung des Friedhofs würde nicht sein sofortiges Ende bedeuten, beruhigte Becker. Der Waldfriedhof werde 50 Jahre weiter existieren. So könnten sich Eheleute auch in Zukunft noch neben ihren bereits verstorbenen Partnern bestatten lassen. Neue Grabstellen würden nach einer Schließung aber nicht mehr verkauft.

Hintergrund der möglichen Schließung sind wirtschaftliche Schwierigkeiten. Becker: "Unsere Spielräume werden immer enger." Die Grabgebühren deckten die notwendigen Ausgaben nicht mehr, Steuermittel stünden für die Friedhöfe nicht zur Verfügung und die Rücklagen seien irgendwann aufgebraucht. Die Ursachen seien die gleichen wie andernorts: mehr See- und Waldbestattungen, absehbar sinkende Bevölkerungszahlen und immer weniger selbstgepflegte Gräber.

Die Eröffnung des Ruheforsts in Timmdorf sieht Becker nicht als Ursache für die Probleme. "Ich persönlich glaube nicht, dass das in Malente katastrophale Auswirkungen hat." Die Daten, die bislang zu Grunde lägen, reichten bis ins Jahr 2009. Da habe es den Ruheforst noch gar nicht gegeben. Die Malaise mit dem Waldfriedhof wurde bereits im vergangenen Jahr offenbar. Da beschloss die Kirchengemeinde, die Kapelle auf dem Friedhof vorläufig zu schließen.

Der Waldfriedhof sei im Jahr 1952 eröffnet worden, weil Malente im Krieg Lazarettstandort gewesen sei und sich die Bevölkerung nach dem Krieg durch Flüchtlinge mehr als verdoppelt habe. Seitdem gebe es in Malente mit dem 1872 eröffneten Friedhof an der Rosenstraße zwei Begräbnisstätten.

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