Süsel : Wald und Weide in der Kieskuhle Röbel

Diese Fläche der Kieskuhle Röbel wurde bereits geebnet.
Diese Fläche der Kieskuhle Röbel wurde bereits geebnet.

Gutachten bescheinigt Unternehmer Wandhoff: Kein Abbau bis zum Grundwasser. Trinkwasserleiter liegt deutlich tiefer und geschützt.

shz.de von
21. Juni 2018, 16:58 Uhr

Im Kiesabbaugebiet Röbel haben Arbeiten für die Renaturierung begonnen. Auf einem Drittel der 7,5 Hektar lässt das Kies- und Schotterwerk Kreuzfeld den Boden für Bäume und Sträucher vorbereiten. Im Bereich zur Straße und zu Röbel hin wurde der Boden auf 30 Metern Breite geebnet und mit Mutterboden aufgefüllt, wie Johann-Peter Wandhoff, Seniorchef des Betriebs, erklärte. Am östlichen Rand soll Weideland entstehen.

Im Winter war das Gelände in die Schlagzeilen geraten, weil die benachbarte Wasserversorgungsgenossenschaft (WVG) Redingsdorf Sorge um ihr Trinkwasser hatte, das sie aus zwei Brunnen östlich der Grube fördert (wir berichteten).

Der Kiesabbaubetrieb beauftragte eine Gutachterin. Die Diplom-Geologin Birgit Kosack-Bohl aus Kiel kam zu dem Schluss, dass das Trinkwasser nicht gefährdet sei: Der Trinkwasserleiter liege deutlich tiefer als die wasserführenden Schichten der Kiesgrube und sei durch „mehrere zehn Meter“ starke Deckschichten geschützt, heißt es in ihrem Gutachten vom 19. Januar. Die Trinkwasserbrunnen sind in Tiefen zwischen null und fünf m NHN (Normalhöhe Null) und zwischen vier und 14 m NHN verfiltert, die Grubensohle im Bereich des Teiches liegt an ihrer tiefsten Stelle bei 38 m NHN.

Die WVG hatte an der tiefsten Stelle der Kieskuhle ausgetretenes Grundwasser vermutet, weil der entstandene Teich dort blau-grün schimmerte. Auch hier ist Kosack-Bohl sicher: „Der Teich ist durch Niederschlag und eine Sammlung von Oberflächenwasser über Geschiebemergel entstanden und nicht durch einen freigelegten Grundwasserleiter.“ Kosack-Bohl hat an vier Punkten gebohrt und Brunnen eingerichtet. Werte an zwei anderen Stellen entnahm die Geologin ei-
nem Gutachten von 1992.

Rainer Korten, Ingenieur für Verfahrens- und Umwelttechnik, überzeugt das Gutachten persönlich nicht. Als Vorsitzender der WVG sagt er aber, die Genossenschaft sehe derzeit keinen Bedarf, ein weiteres Gutachten zu fordern. „Wir können damit leben, weil der Betrieb der Kiesgrube absehbar endet.“

Parallel zur Pflanzung erfolgt laut Betreiber Volker Wandhoff die Rest-Auskiesung, die noch dieses Jahr abgeschlossen werde. Ab dem nächsten könne verfüllt und der ursprüngliche Zustand hergestellt werden. Bevor die Pflanzen kommen, werde Roggen gegen Giftiges wie das Jakobskreuzkraut eingebracht.

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