Malente : Wahlprogramm: CDU prescht vor

Tim Brockmann ehrte zwei Mitglieder für langjährige Treue, die beide Horst Neumann heißen und einen Doktortitel tragen. Links steht der ehemalige CDU-Fraktionschef, in der Mitte der Pfarrer.
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Tim Brockmann ehrte zwei Mitglieder für langjährige Treue, die beide Horst Neumann heißen und einen Doktortitel tragen. Links steht der ehemalige CDU-Fraktionschef, in der Mitte der Pfarrer.

Malenter Ortsverband diskutiert über massive Ausdehnung der Kinderbetreuungszeiten. Peter Blenski bleibt Vorsitzender.

shz.de von
23. Februar 2018, 12:30 Uhr

Bereits mit der Aufstellung ihrer Kandidaten für die Kommunalwahl Anfang Dezember war die Malenter CDU den anderen Parteien zeitlich voraus. Mit ihrem Programm für den Urnengang am 6. Mai haben die Christdemokraten erneut die Nase vorn. Einmütig billigten 22 anwesende Mitglieder des 53-köpfigen Ortsverbands am Donnerstagabend den von Carl-Alexander Struck präsentierten Entwurf.

Ein bemerkenswerter Vorschlag des Programms, das mit Blick auf vorgebrachte Anregungen und Kritik noch einen Feinschliff erhalten soll, betrifft die Kinderbetreuung. Sollte ein Bedarf ermittelt werden, sollen Eltern ihre Kinder künftig nach dem Modell „24/7“, das heißt zu jeder Tages- und Nachtzeit betreuen lassen können.

Der Vorschlag sorgte erst einmal für Redebedarf: „Dann brauche ich ja keine Kinder mehr“, warf Gemeindevertreterin Ulrike Behrens spontan ein. Ihr Fraktionskollege Hans-Werner Salomon stellte jedoch klar, damit sei keine Betreuung rund um die Uhr gemeint. Vielmehr solle etwa Beschäftigten, die nachts arbeiteten, die Möglichkeit gegeben werden, ihre Kinder für diese Zeit betreuen zu lassen.

Beim Thema Schulneubau will die CDU Tempo machen und sich dabei Unterstützung von oben holen: „Wir wollen mit der Landesregierung innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Pilotprojekt ,Moderne Schule‘ initiieren“, erklärte Fraktionschef Uwe Potz. Er nutzte die Gelegenheit, an Tim Brockmann, den stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, zu appellieren: Er solle sich bei der Landesregierung dafür einsetzen, dass nicht nur Sanierungen, sondern auch Neubauten gefördert würden. Denn aus eigener Kraft könne Malente einen Neubau nicht stemmen.

Brockmann gehörte ebenso zu den Gästen der Versammlung wie CDU-Landesgeschäftsführer Vitalij Baisel, der den Anwesenden Mut für den Kommunalwahlkampf zusprach. Die CDU verzeichne wieder Zulauf, berichtete er. Die Landespartei sei knapp davor, die Marke von 20 000 Mitgliedern zu knacken. Derzeit stehe man bei 19 970 Mitgliedern. Zum Vergleich: Ende 2016 waren es noch 19 485.

Zurück zum Wahlprogramm: Künftig will die CDU der Meinung der Jüngeren in der Gemeinde mehr Gewicht verleihen. Sie plädiert für einen Kinder- und Jugendgemeinderat, dem sie ein Anhörungs- und Antragsrecht in der Gemeindevertretung einräumen will. Für Ältere setzt die CDU auf barrierefreie Gebäude und Behörden sowie senioren- und mehrgenerationengerechten Wohnraum.

Bezahlbarer Wohnraum gehört ebenfalls zu den Forderungen. „Nur wer wächst, kann auch gestalten“, sagte Carl-Alexander Struck. Deshalb wolle die CDU etwa auf der Fläche des Sportplatzes in der Ringstraße ein Neubaugebiet schaffen. Die dadurch wegfallende Sportstätte solle durch ein Sportstättenkonzept aufgefangen werden. Ebenfalls auf der Agenda steht ein Kunstrasenplatz mit Flutlichtanlage auf der Sportanlage an der Neversfelder Straße. Eine neue Mehrzweckhalle soll nicht nur dem Sport, sondern auch Kultur und Gewerbe dienen. Wachstum will die CDU auch der Wirtschaft ermöglichen, etwa durch die Erweiterung von Gewerbeflächen in der gesamten Gemeinde.

Zufrieden hatte Potz zuvor als Fraktionschef auf das Jahr zurückgeblickt. Die CDU sei aus ihrer isolierten Lage herausgekommen. „Nach zahlreichen Gesprächen haben wir gute Kontakte zur Fraktion von SPD und Grünen und teilweise zur FDP.“ Weniger gut steht es offenbar um die Verbindung zu den Freien Wählern und den Malenter Bürger-innen: „Beide sind blinde Gefolgsleute der Bürgermeisterin“, urteilte Potz.

Vorschusslorbeeren verteilte Potz an Anke Stecher von der Malenter Tourismus- und Service-GmbH (Mats). „Ich glaube, wir haben einen guten Griff gemacht mit unserer Geschäftsführerin.“ Die CDU-Fraktion werde sie nach Kräften unterstützen, kündigte Potz an, nicht ohne die finanziellen Auswirkungen des Wechsels im Tourismus-Marketing von der GLC Glücksburg Consulting zur gemeindeeigenen GmbH zu kritisieren. Allein der Anschub des Projekts habe 150 000 Euro gekostet. Die Mats erhalte von der Gemeinde in diesem Jahr 260 000 Euro, für GLC wären es lediglich 212 500 Euro gewesen, rechnete Potz vor.

Der Vorstellung des Wahlprogramms voraus gingen Vorstandswahlen. Peter Blenski wurde mit 19 Ja- und drei Nein-Stimmen als Vorsitzender bestätigt. Zum Nachfolger von Jürgen Gutzmann als Stellvertreter wählten die Mitglieder einmütig Carl-Alexander Struck, Schatzmeister bleibt Marvin Kißmer. Beide sind 28 Jahre alt. „Damit sind zwei junge Leute im Vorstand, die frischen Wind reinbringen“, sagte Blenski. Als Beisitzer gewählt wurden Antje Storm, Angelika Blenski, Ellen Heesch, Klaus Schützler, Achim Vollert und Jürgen Gutzmann.

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