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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 10:14 Uhr

Wärmebildkamera hat Leben gerettet

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

26-jähriger Hauptfeuerwehrmann Florian Hilger der Ortswehr Liensfeld-Kiekbusch entdeckte eine vermisste Seniorin im Plöner See

von
erstellt am 31.Okt.2014 | 10:27 Uhr

Die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehren wird immer moderner und verschlingt als kommunale Pflichtaufgabe – zum Leidwesen finanzschwacher Städte und Gemeinden – viel Geld. Da kann auch schon mal der Kauf einer Wärmebildkamera zu einem echten Kraftakt werden. Dass so eine Wärmebildkamera neben dem Feststellen von versteckten Brandnestern aber auch bei der Personensuche sehr nützlich sein kann, beweist die Freiwillige Feuerwehr Liensfeld-Kiekbusch. Die Kamera ist dort erst ein Jahr im Einsatz und hat in Bosau schon ein Menschenleben gerettet.

Der Vorfall liegt einige Wochen zurück: Eine etwa 80-jährige demente Bosauerin wird vermisst. Mit Einbruch der Dunkelheit wird eine DRK-Hundestaffel zur Personensuche angefordert – ohne Erfolg. Kurze Zeit später treffen Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Liensfeld-Kiekbusch mit ihrer neuen Wärmebildkamera in Bosau ein. Sie machen sich mit der Ortswehr Bosau-Kleinneudorf im gewohnt leistungsfähigen Rettungsboot auf den Weg, um den Uferbereich des Großen Plöner Sees vom Wasser aus abzusuchen.

Der 26-jährige Hauptfeuerwehrmann Florian Hilger tastet mit der Kamera konzentriert den Uferbereich ab. „Und plötzlich sah ich die Seniorin über die Wärmebildkamera am Ufer des DJO-Heimes“, beschreibt er seinen Such-Erfolg. Die Frau steht mit beiden Beinen bis zu den Knien schon zitternd im kalten Wasser. Florian Hilger springt vom Feuerwehrboot ins Wasser und rettet die demente Dame aus ihrer Notlage. „Bis zum nächsten Morgen hätte die Seniorin nicht überlebt“, ist sich der 26-Jährige sicher. Für ihn und seine Kameraden der Feuerwehren hat sich die Anschaffung der Wärmebildkamera schon nach einem Jahr gelohnt.

Mit Hilfe von Sponsoren
– Banken, Versicherungen, Vereine und Privatpersonen – hatte die Gemeinde Bosau vor einem Jahr ihre acht Ortswehren mit der neuen Wärmebildkamera ausgestattet. 3750 Euro wurden
gespendet. Die Gemeinde Bosau musste lediglich noch 5250 Euro dazu geben. Die neue Kamera ist ein wichtiger Baustein für das Retten von Personen, Auffinden von Glutnestern und eine Verbesserung für die Sicherheit der Einsatzkräfte.

„Die Wärmebildkamera ist in Liensfeld stationiert, weil hier eine hohe Tagesverfügbarkeit von 16 Atemschutzträgern vorgehalten wird“, sagte der stellvertretende Ortswehrführer Frank Mielke. Die Kamera „UCF 7000“ wurde von der Firma Dräger hergestellt. „Ihre Handhabung ist bereits den Feuerwehrleuten in Thürk sowie Hutzfeld-Brackrade erläutert worden“, so Mielke weiter. Auch die Einsatzkräfte der anderen fünf Ortswehren sollen noch geschult werden, damit auch sie mit der Wärmebildkamera Menschenleben retten können.

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