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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 19:41 Uhr

Votum gegen Seewiesen-Plan

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Abstimmung endete fünf zu vier gegen Planungsverband

von
erstellt am 10.Sep.2015 | 17:40 Uhr

Gut eineinhalb Stunden
Diskussion gingen im Plöner Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am Donnerstag einer denkbar knappen Abstimmung voraus: Mit fünf gegen vier Stimmen wurde in einer namentlichen Abstimmung auf Antrag der Grünen für eine Auflösung des seit 2006 bestehenden Planungsverbandes Seewiesen votiert. Es ist offen, ob die Stadtvertretung diesem Votum folgt, sie hat das Thema am 23. September auf der Tagesordnung.

In der Bürgerfragestunde bekundete Uwe Koch, Bürgermeister von Rathjensdorf, Verwunderung darüber, dass die Seewiesenbebauung in Frage gestellt werde, da der neue Investor die Kosten übernehmen wolle. Der neue Bebauungsplan sehe nur noch 80 Grundstücke vor, von denen 25 bis 30
zur Gemeinde Rathjensdorf, die Mehrheit aber zu Plön gehören würden. Zudem habe der Investor seine Bereitschaft signalisiert, wie in Stadtheide in Abschnitten zu bauen.

„Wie wollen wir denn ein strukturelles Defizit von 1,4 Millionen Euro mit nur 8500 Einwohnern ausgleichen, wenn nicht über eine Steigerung der Einwohnerzahlen, um mehr Schlüsselzuweisungen vom Land zu erhalten“, fragte Stefan Plischka (CDU). In Nachbarstädten werde ein Baugebiet nach dem anderen ausgewiesen, was in Plön mangels Flächen gar nicht möglich sei.

Die Nutzung dieses Wachstumspotenzials zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Gemeinwesens sei von immenser Bedeutung, so Plischka weiter. Der Bedarf an Grundstücken in Städten mit guter Infrastruktur und Rahmenbedingungen sei weiter vorhanden.

Das Projekt Seewiesen sei eine Chance, die die Stadt nicht vergeben sollte, betonte Bürgermeister Jens Paustian. Die mögliche Zuwanderungen von Flüchtlingen sollte bedacht werden, und die Gefahr für den Ruf der Stadt als verlässliche Partnerin für die Umlandgemeinden, die beispielsweise im Schulverband, Feuerwehrwesen gut zusammen arbeiteten.

Mit einem zu großen Eingriff in die Natur auf dem Areal zwischen der B 76 und Tramm sowie wenig Chance auf die Genehmigung eines neuen B-Plans argumentierten Sabine Kauf (Grüne) und Dr. Detlef Erdtmann (FWG) für die Auflösung. Von einer „komplett nicht realisierbaren Erschließung“ und ausreichender Flächen durch die Schließung von Baulücken in der Stadt sprach der Ausschussvorsitzende Bernd Möller (SPD). In einer Bevölkerungs- und Haushaltsprognose sei für das Jahr 2030 ein Bedarf an 130 Wohneinheiten prognostiziert worden, eine Analyse zum Potenzial der Innenstadt habe 205 Wohneinheiten ermittelt.

Diese Prognosen seien Kaffeesatzleserei“, entgegnete Dirk Krüger (CDU). Er sprach von Fakten, zu denen eine Trendwende in den Geburtenraten – beispielsweise eine Steigerung im Jahr 2014 um knapp fünf Prozent – gehöre. Entsprechend gebe es mehr Wohnraumbedarf, wobei sich innerstädtische und der außerstädtische Bebauung „wunderbare ergänzen“ könnten.

Wie der Bürgermeister warnte Krüger: Die Stadt werde bei einer Verbandsauflösung in den nächsten zehn bis 15 Jahren keine Chance mehr haben, einen Bevölkerungszuwachs durch Neuansiedelung zu erreichen. Und die Zusammenarbeit mit Umlandgemeinden werde leiden.

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