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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 14:21 Uhr

Voß-Schüler – jung & wählerisch

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein Team der Landeszentrale für politische Bildung Schleswig-Holstein bereiten die Erstwähler auf ihren Wahlgang am 7. Mai vor

von
erstellt am 25.Apr.2017 | 13:25 Uhr

Die am Sonntag, 7. Mai, bevorstehende Landtagswahl ermöglicht erstmals jungen Menschen ab 16 Jahren ihre Stimmen abzugeben. Doch wen wähle ich mit meiner Erststimme? Was bewirke ich mit meiner Zweitstimme? Wie sieht so ein Wahlzettel überhaupt aus? Und: Wo treffe ich die Menschen, die in den Landtag wollen, um ihnen bohrende Fragen zu stellen? Fragen über Fragen für die jungen Menschen.

In diesen Tagen werden an den Schulen viele junge Leute für den Wahlgang interessiert und vorbereitet. Dafür sorgt die Landeszentrale für politische Bildung in Schleswig-Holstein mit dem Programm „jung & wählerisch“. 30 Studenten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wurden in zweitägigen Projekttreffen zu Teamern ausgebildet und auf ihre Aufgaben vorbereitet. Die besteht darin, noch bis zum 5. Mai durch die Schulen zu tingeln und junge Menschen für Politik zu interessieren.

Die Teamer Thorben Rodust, Lena Graap und Niklas Peters waren in dieser Woche auf Einladung ihrer Lehrerin Katharina Pörksen am Eutiner Voß-Gymnasium – eine von rund 100 Veranstaltungen vor der Landtagswahl an Schulen im ganzen Land. In drei Doppelstunden vermittelten sie Politik auf Augenhöhe.

Dabei ging es nicht um inhaltliche Themen. „Denn dafür sind die Parteien allein verantwortlich“, sagte Lena Graap. Den drei Teamern gehe es darum, dass die Schülerinnen und Schüler den Sinn erkennen, zur Wahl zu gehen. Dabei ging es um das Land Schleswig-Holstein und seine 35 Wahlkreise, es ging um
69 Abgeordnete, die für
den Schleswig-Holsteinischen Landtag zu wählen sind und es ging um politische Zuständigkeiten der Landespolitiker.

So fanden die 16-Jährigen schnell heraus, dass es in Schleswig-Holstein keinen Außenminister oder Verteidigungsminister gibt. Das sei allein Sache des Bundes. Die Innenpolitik werde sowohl im Land als auch im Bund jeweils nach festgelegten Zuständigkeiten geregelt. Die Bildungspolitik sei Ländersache.

Und wo gibt es Informationen über die Wahlprogramme der Parteien? Unter anderem im Internet im Wahl-O-Maten. „Ein guter Anreiz
für Diskussionen politischer Themen“, empfahl Teamer Thorben Rodust. Doch im Internet seien auch die Wahlprogramme der Parteien zu finden. „Sogar in Kurzform“, schmunzelte Teamer Niklas Peters. Besonders vor der Wahl seien die Landtagskandidaten in öffentlichen Veranstaltungen oder Podiumsdiskussionen anzutreffen.

Dann wurde es praktisch: Auf einer „Positionslinie“ mussten sich die Schülerinnen und Schüler positionieren. Zuvor hatten sie auf einer kleinen Karte von den Teamern ein Thema bekommen, zu dem sie Thesen und Antithesen aufstellen mussten. Schließlich bezog jeder Schüler Position und hatte auch Gelegenheit, diese Position argumentativ zu vertreten – eine gute Erfahrung für die jungen Erstwähler.

Zu insgesamt 100 längst ausgebuchten Veranstaltungen kommen die Teamer in die Schulen und suchen den Dialog mit den Erstwählern, die auch lernten, dass die Erststimme für den Kandidaten und die Zweitstimme für die Partei abgegeben werden, die in die Regierungsverantwortung gelangen soll.

Die Erstwähler aus dem Eutiner Johann-Heinrich-Voß-Gymnasium waren am Ende der Doppelstunde begeistert. „Ich habe sehr viel Interessantes erfahren und werde auf jeden Fall zur Wahl gehen“, sagte eine Schülerin. Darüber freut sich auch Teamerin Lena Graap: „Unser Ziel ist es, mit einem Wahlgang vieler junger Erstwähler die Wahlbeteiligung in Schleswig-Holstein zu erhöhen.“

Gewählt wird übrigens für die Voß-Schüler gleich zwei Mal. Sie geben in der kommenden Woche bereits schulintern ihre eigenen Wahlzettel ab. Und danach sind sie am Sonntag (7. Mai) zur Landtagswahl aufgerufen. Das Wahlergebnis der Voß-Schüler wird einen Tag danach, am Montag, dem 8. Mai, veröffentlicht. 

Wir haben über den Unterricht ein Video gedreht, das unter dem QR-Code mit Hilfe einer App wie „Quick Scan“ aufgerufen werden kann. Das Video ist auch über unse

re Facebook-Seite „Ostholsteiner Anzeiger“ zu finden.

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