Eutin : Voß-Schüler entwickeln nachhaltige Ideen

Die Neuntklässler der Voß-Schule  beschäftigten sich eine Woche lang mit Projektideen für eine nachhaltige Zukunft.
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Die Neuntklässler der Voß-Schule beschäftigten sich eine Woche lang mit Projektideen für eine nachhaltige Zukunft.

Neuntklässler wollen zum Umdenken für die Umwelt bewegen: Vorfahrt für Radfahrer, Abfüllstationen für Müsli und Süßigkeiten oder befüllbare Wasserflaschen mit Schullogo.

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23. August 2019, 14:28 Uhr

Eutin | Wie lässt sich Abfall vermeiden – Zuhause, im Supermarkt und in der Schule? Wie nachhaltig ist eigentlich unsere Ernährung und Kleidung? Und welche Anreize können Schüler setzen, um andere dazu zu bewegen, Mehrweg- statt Plastikflaschen zu verwenden oder mit dem Rad zur Schule zu fahren?

Die neunten Klassen des Voß-Gymnasiums haben sich im Rahmen des von den Aktiv-Regionen geförderten Projektes „Jugend gestaltet nachhaltige Zukunft“ eine Woche lang mit verschiedensten Themen auseinandergesetzt und diese gestern in der Aula nicht nur ihren Mitschülern, sondern auch potenziellen Sponsoren unter anderem von der Sparkasse, den Stadtwerken, einem Supermarkt, der Aktiv-Region und des Zweckverbandes Ostholstein.

Boxen statt Plastik

Eine Gruppe schlug vor, bei Frischetheken in Supermärkten mit besonderen Treuepunkt-Aktionen die Kunden dazu zu bewegen, ihre wiederverwendbaren Boxen von Zuhause mitzubringen. Aus hygienischen Gründen könnten diese dann auf spezielle Tabletts vom Personal hinter der Theke befüllt und wieder zurück an den Kunden gegeben werden. Mittels Werbung und Supermarkt-Aktionen wollten die Schüler dieses Projekts das Bewusstsein für ein plastikfrei(er)es Leben schaffen und die Menschen animieren, ihr eigenes Kaufverhalten zu ändern. Vor der Umsetzung wollten sie durch Kundenbefragung in Zusammenarbeit mit einem Supermarkt eruieren, ob Kunden die Idee gutheißen würden. Ein anderes Projekt schlug Abfüllstationen für Müsli und Süßigkeiten, wie es sie in anderen Ländern teilweise gibt, vor. „Die Menschen bekommen die wiederverwendbaren Behälter oder Boxen vom Markt mit Pfand zur Verfügung gestellt, damit sie diese auch beim nächsten Einkauf dabei haben“, sagte der Schüler.

ÖPNV und Rad statt Auto

Den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr und das eigene Rad könne gelingen, wenn Busse und Bahn besser auf die Zeiten und Anschlüsse untereinander angepasst und am Unterrichtsende orientiert wären. Radfahrer könnten außerdem in bestimmten Straßenzügen per Transponder an Ampeln immer grün bekommen, die Bismarckstraße könnte außerdem eine Fahrradstraße werden, so die Idee der Schüler. Würden die Parkplätze rund um die Uhr bewirtschaftet und in der Gebühr teurer, würde Radfahren noch attraktiver werden im Vergleich zum Auto, so die Idee.

Neue Trinkflaschen und LED-Beleuchtung für die Schule

Nachhaltige Kleidung müsse nicht teurer sein und sei leichter im Netz zu finden als gedacht, lautete das Ergebnis einer anderen Gruppe. Und für ihre Schule im Speziellen hat sich eine Gruppe Glas oder Metallflaschen mit Schullogo ausgedacht, die an Wasserspendern im Gebäude befüllt werden könnten und passenderweise gleich mit den Logos der Stadtwerke, ZVO und Sparkasse versehen. Auch die Umstellung der von ab 2020 verbotenen Leuchtröhren auf LED könne im Schulgebäude schon jetzt geschehen, betonten Schüler. „Warum erst bis 2020 warten, wenn wir schon jetzt sparen und Gutes tun können“, fragte am Ende ein Neuntklässler und erntete Applaus.

Nun gehe es darum, Förderer für Projekte zu gewinnen und konkret umzusetzen, sagte Hans-Werner Hansen vom Institut für vernetztes Denken, der mit dem Projekt an 48 Schulen im Land unterwegs ist: „Das schöne ist, die Schüler lernen dabei, eine Idee bis zur Umsetzung zur verfolgen und nicht bei der kleinsten Herausforderung aufzuhören. Jeder kann etwas bewirken. Das zu merken, ist wichtig.“

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