zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 03:52 Uhr

Vortrag: „Trauern Kinder anders?“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Über das Tabu-Thema Tod informiert Bestatter Schröder kostenlos am Mittwoch

„Mami, was heißt tot?“ Was Kinder ganz unvermittelt fragen, verursacht bei Erwachsenen je nach emotionalem Zustand einen Kloß im Hals oder Ratlosigkeit. Gunnar Schröder (44) vom gleichnamigen Bestattungsunternehmen wird von Eltern immer wieder gefragt: „Wie soll ich das bloß meinem Kind erzählen? Soll es mit zur Trauerfeier?“ Seine Antwort: „Ja. Wir nehmen den Kindern sonst die Möglichkeit des bewussten Abschiednehmens.“ Die Eltern, die sich diese Fragen stellen, wollen ihr Kind schützen, das weiß Schröder. Aber oft genug erlebe er auch, dass Kinder, denen aus eben diesem Schutzbedürfnis heraus die Möglichkeit genommen wurde, hinterher Probleme mit dem fehlenden haben.

Im Umgang mit Sterbenden und dem Tod habe sich viel verändert. „Früher haben die Kinder um den Sarg herumgespielt, weil es Tradition war, den Toten zu Hause aufzubahren. Diese Kinder erlebten den Tod als etwas, der zum Leben dazugehört“, sagt Schröder. Die Uhr, das weiß er aus Erzählungen, wurde angehalten, wenn jemand verstarb. Es wurde innegehalten, dem Tod Raum gegeben. Heute werde die Geburt neuen Lebens gefeiert und besonders gewürdigt, der Tod aber eher stiefmütterlich behandelt. Und doch habe sich das Bewusstsein für die Trauerarbeit mit Kindern gewandelt.

Gunnar Schröder: „Wir sind immer wieder als Eltern und auf professioneller Ebene mit dem Thema konfrontiert worden, sodass wir uns einfach weiterbilden wollten.“ Aus dieser Weiterbildung wurde die Idee für ein Seminar unter dem Titel „Trauern Kinder anders?“ Im Veranstaltungsraum „Lichtblick“ in der Elisabethstraße 27 werden Gunnar und Beate Schröder, selbst Eltern von drei Kindern, am Mittwoch, 25. März, ab 19 Uhr Interessierte kostenlos informieren.

zur Startseite

von
erstellt am 11.Mär.2015 | 16:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen