Vorsitzender wider Willen

Wurden einstimmig gewählt: (v.l.) Fabian Mewes, Reinhard Schröder und Oliver Seifert.  Fotos: crs
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Wurden einstimmig gewählt: (v.l.) Fabian Mewes, Reinhard Schröder und Oliver Seifert. Fotos: crs

Reinhard Schröder ist weiterhin Vorsitzender des TSV Malente - obwohl er nicht wieder antreten wollte / Beiträge wurden erhöht

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24. März 2012, 08:29 Uhr

Viel Diskussionsbedarf gab es bei der Hauptversammlung des TSV Malente. Denn neben Vorstandswahlen, zu denen der Vorsitzende Reinhard Schröder eigentlich gar nicht mehr antreten wollte, ging es auch um das Thema "Beitragserhöhungen". Und dann war da ja auch noch der gewünschte Kunstrasenplatz und die Idee der Politik, zu dessen Finanzierung den Sportplatz in der Ringstraße zu verkaufen.

Einstimmig wurden der Vorsitzende Schröder und

der dritte Vorsitzende Ulrich Göldner in ihren Ämtern bestätigt. Schröder steht seit elf Jahren an der Spitze des Vereins. "Ich höre definitiv in zwei Jahren auf", kündigte er an. Irgendwann müssten auch einmal andere Leute ran. Andere Leute wurden für die Positionen des Kassenwartes (Oliver Seifert löst Hans-Werner Pallasch ab) und des Sportwartes (Fabian Mewes übernimmt den Posten von Torsten Neitzel) gefunden.

Kontroverser ging es da beim Thema Beitragserhöhungen zu. Zwar wurden die ab Juli geltenden Beiträge mit nur einer Gegenstimme beschlossen. Künftig zahlen Kinder und Jugendliche 96 Euro im Jahr (bisher 78 Euro), Erwachsene 144 Euro (bisher 114 Euro) und Familien statt jährlich 216 Euro nun 252 Euro. Widerstand aber gab es vor allem aus den Reihen der Fußballer gegen einen Zusatz zur Gebührenordnung. Dieser besagte, dass nicht vorhergesehene Mehrkosten, etwa durch den Aufstieg in eine höhere Spielklasse, von den Mitgliedern der betreffenden Sparte durch einen Zusatzbeitrag getragen werden sollten. Das sei eine Strafe für sportlichen Erfolg, so die aufgebrachte Reaktion einiger Mitglieder. "Irgendwo hat auch die Solidarität ein Ende", entgegnete Reinhard Schröder. Seit der letzten Hauptversammlung sei es zu einer erheblichen Verschlechterung der Finanzsituation gekommen. Trotzdem soll dieser Zusatzbeitrag erst einmal nicht erhoben werden, stattdessen will der Verein sich verstärkt um Sponsoren kümmern und bei Fußballspielen in den höheren Ligen den Eintritt erhöhen.

Prekär ist auch die Finanzlage der Gemeinde Malente, wie Bürgermeister Michael Koch in seinem Grußwort klarstellte. Prinzipiell sei die Gemeinde bereit, sich für einen Kunstrasenplatz zu verschulden. Immerhin würde der auch mit Förderung über 250 000 Euro kosten. Aber eine Verschuldung könne es nur geben, wenn es ein tragfähiges Konzept gebe um diesen Kredit auch wieder abzuzahlen. Das könne gegebenenfalls auch der Verkauf des Sportplatzes in der Ringstraße sein. "Wir müssen uns einen neuen Denkansatz angewöhnen: Wie können wir etwas gegenfinanzieren," so Koch. Bei den Mitgliedern des TSV Malente stieß ein möglicher Verkauf des Sportplatzes Ringstraße unterdessen auf wenig Gegenliebe. Denn dann müssten künftig alle Mannschaften auf den beiden Feldern im Ernst-Rüdiger-Sportzentrum trainieren. Und auch der Vorsitzende Schröder schränkte ein: "Solange wir in der Neversfelder Straße keine Flutlichtanlage haben, können wir auf den Sportplatz Ringstraße nicht verzichten."

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