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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 05:25 Uhr

Vorlese-Königin aus Bad Schwartau

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mit dem Klassiker „Wer die Nachtigall stört“ hat Anna Ilayda Kluth den Regionalentscheid auf Kreisebene gewonnen

Drei Minuten, 18 Kontrahenten, ihre 18 Lieblingstexte und sehr viel Aufregung – das waren die Zutaten des 58. Vorlesewettbewerbs, der gestern in der Kreisbibliothek stattfand. Nachdem sie im Dezember als Sieger des Vorlesewettbewerbs auf Schulebene hervorgegangen waren, erwartete die Sechstklässler nun der Lesewettstreit auf Kreisebene. Von der Inselschule Fehmarn bis zur Gemeinschaftsschule Stockelsdorf, vom Küstengymnasium Neustadt bis zur Schule an den Auewiesen in Malente: Aus 18 Schulen des Kreises kamen die Elf- bis Zwölfjährigen in Eutin zusammen, um aus ihren Lieblingstexten vorzulesen und sich einer Jury zu stellen.

Insgesamt zwei Runden galt es zu absolvieren: In der ersten Etappe hatte jeder Schüler drei Minuten Zeit, um eine Passage aus seinem aktuellen Lieblingstext vorzulesen. Dabei variierte die Auswahl von lustigen Büchern wie „Ein Hund namens Hausschuh“ – vorgestellt von Carlotta Neuhaus – oder „Bär im Boot“, unter vollem Einsatz seiner Stimme als grummelnder Bär gelesen von Jan Burtzlaff, bis hin zu ernsthaften Themen. Mit „Simpel“ hatte Lena Bielfeldt etwa einen Text ausgewählt, der die Beziehung eines jungen Mannes zu seinem geistig behinderten Bruder beschreibt. „Harry Potter“ war gleich mit drei Texten vertreten. „Das ist der Klassiker, der ist immer dabei“, erklärte Jury-Vorsitzender Bernd Ziemens.

Doch egal, ob es um Detektive, Monster, Haustiere oder den Schulalltag ging, die Mädchen und Jungen zeigten in der Kreisbibliothek, dass sie sich intensiv mit den Geschichten und ihrer Präsentation auseinandergesetzt hatten. Umso schwerer fiel da die Beurteilung der neun besten Vorleser, erklärte Bernd Ziemens: „Es ist wirklich schwer, sie können alle sehr gut lesen.“ Neben Bernd Ziemens – Rektor der Grund- und Gemeinschaftsschule Lensahn – bestand bildete die aus Jury Beate Sieweke, Leiterin der Kreisbibliothek, Christiane Seidensticker-Witte, Lehrerin der Grund- und Gemeinschaftsschule Lensahn, Sascha Behrens, Lehrer im Förderzentrum Neustadt, Buchhändlerin Gundi Berlenbach und Ärztin Amélie Fellgiebel. Nach Kriterien wie Intonation, Leseflüssigkeit, Textverständnis, Interpretation, Lesetechnik und Textauswahl bewertete die Jury die Schüler mithilfe eines Punktesystems. „Man merkt den Mädchen und Jungen an, dass sie Spaß haben. Und das ist das, was uns Spaß macht“, betonte Gundi Berlenbach, bei der sich Bernd Ziemens zuvor mit einem Blumengruß für „geschätzte 35 Jahre“ Jury-Mitgliedschaft bedankt hatte.

Als Sieger aus der ersten Runde gingen hervor: Lena Bielfeldt aus Bandorf, Jan Burtzlaff aus Neustadt, Mailin Leonora Heckelmann aus Lensahn, Anna Ilayda Kluth aus Bad Schwartau, Niklas Koch aus Oldenburg, Carlotta Neuhaus aus Scharbeutz, Johannes Piper aus Pansdorf, Alina Podjaski aus Grammdorf und Nick Voss aus Merkendorf. Die Etappensieger stellten sich in der zweiten Runde einem so genannten Fremdtext, also einer Passage aus einem durch die Jury ausgewählten Buch. So bekam jeder der neun Wettstreiter 15 Minuten Zeit, um sich auf einen Textabschnitt von Michael Endes „Momo“ vorzubereiten. Diese Passage von etwa zwei Seiten Länge lasen die Schüler anschließend vor.

Schließlich setzte sich Anna Ilayda Kluth, Schülerin des Leibniz-Gymnasiums in Bad Schwartau, durch. Auf die Sechstklässlerin wartet nun mit dem Bezirksentscheid im März oder April die nächsthöhere Regionalebene des Vorlesewettbewerbs. Nach dem anschließenden Landesentscheid im Kieler Schloss folgt dann das Finale in Berlin.

Jury-Mitglied Christiane Seidensticker-Witte ist zufrieden mit der regen Teilnahme der Schulen am Vorlesewettbewerb: „Es macht deutlich, dass immer noch Bücher gelesen werden, trotz Whatsapp und Facebook. Und das soll honoriert werden.“ Denn nicht nur das Lesen, so die Lehrerin, vor allem das Vor-Lesen und sich einem Wettbewerb zu stellen, dazu gehöre schon etwas. Für die Teilnehmer hat es sich allemal gelohnt: Nachdem sie den nervenaufreibenden Wettbewerb hinter sich gebracht hatten, durften sich alle Schüler des gestrigen Regionalentscheids über Büchergeschenke freuen.

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erstellt am 08.Feb.2017 | 13:34 Uhr

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