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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 19:39 Uhr

Vorfreude aufs Lernen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

22 Kinder wurden gestern in Fissau eingeschult: Sie freuen sich vor allem darauf, endlich Schreiben, Lesen und Rechnen zu lernen

Dicht an dicht sitzen die sechs und sieben Jahre
alten Jungen und Mädchen nebeneinander. Vor ihnen
die selbstgebastelte Schultüte, verziert mit der Eisprinzessin, Tieren, Baumeister Bob oder dem Planetensystem. Sie sind so groß, dass die Kinder kaum darüber gucken können. Ihre leuchtenden Augen sind trotzdem unübersehbar. Hinter ihnen sitzen und stehen die stolzen Eltern und Verwandten.
Die Turnhalle der kleinen Grundschule Fissau ist randvoll. Es wird Einschulung gefeiert in der Außenstelle der Gustav-Peters-Schule.

Die Kinder wirken dabei viel „cooler“ als die Eltern. „Ich bin nicht aufgeregt, ich freue mich nur“, sagt Pauline (7). „Endlich etwas lernen“, fügt Maria (6) hinzu. Die Mütter am Rand wirken deutlich nervöser. Es geht los. Direktorin Christine Ludwig heißt die neuen Schüler im Haus „herzlich willkommen“. „Ihr werdet etwas über Pflanzen und Tiere lernen, Eutin erkunden, erfahren, wie die Menschen früher gelebt haben und vieles mehr. Euch wird bestimmt nicht langweilig“, verspricht sie im Grußwort. Die zweite Klasse – insgesamt 32 Kinder – begrüßt die neuen „Kollegen“ auf musikalische Art mit einem kleinen Mitmachprogramm und dann geht es auch schon in den Klassenraum – das neue „Zuhause“.

Einige folgen Andrea Grebien, der neuen Klassenlehrerin, ganz zielstrebig, andere haben sichtlich zu tun mit dem ungewohnten Gepäck von Schultüte und Ranzen. Es kommen schließlich alle an im Klassenraum der 1f. „Jeder darf sich einen Platz suchen, auf dem er gerne sitzen möchte“, sagt die Klassenlehrerin. Gewusel. Jeder findet einen Stuhl.

An der Tafel kleben auf Schildern die Namen der 22 Abc-Schützen zwischen gemalten Wiesenblumen aus Kreide. An der Wand hängen gebastelte Schultüten, an der Garderobe ist ein buntes Namensschild für jedes Kind mit einem Bild von „Herrn Förster“ vorbereitet. „Herr Förster“, das ist ein Rabe, der Andrea Grebien als Handpuppe ein guter Kollege ist, um den Unterricht zu gestalten.

Die Kinder sind aufgeweckt, wissen schon, dass man sich melden sollte, bevor man antwortet. Es sind große wissbegierige Augen, die Andrea Grebien da anschauen. Und die 57-Jährige weiß, was sie für kleine Rohdiamanten vor sich hat. Was ist das Wichtige, gerade am Anfang der Schulzeit? Grebien: „Jedes Kind ist individuell und wir holen alle da ab, wo sie stehen.“ Sie ist seit nunmehr 14 Jahren an der Schule, hat Kinder drei erster Klassen groß werden sehen. Was hat sich verändert im Vergleich zu früher? Der Übergang vom Kindergarten in die Schule werde heute „sehr sanft“ gestaltet. Die Kinder besuchen die Schule drei- oder vier Mal vor der eigentlichen Schuleinführung. Und: „Viele Kinder sind heute sehr voll mit allem was auf sie einströmt. Da ist es wichtig, auch erst einmal Ruhe reinzubringen und zu vermitteln“, sagt Andrea Grebien. Neben dem Schreiben, Rechnen und Lesen lege sie in der Grundschule sehr viel Wert auf die emotionale Ausbildung vom Teamgefühl, dem Erlernen von Toleranz oder dem rücksichtsvollen Umgang miteinander.

Im Anschluss an die erste halbe Stunde Unterricht segnete Pastor Philipp Bonse die jüngsten Schulkindern Fissaus im eigens für sie veranstalteten Gottesdienst.

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erstellt am 02.Sep.2015 | 10:43 Uhr

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