Vorbildliches Miteinander

Dank sagte Herlich Marie Todsen-Reese Prof. Henrik Becker-Christensen für die einprägsamen Ausführungen.
Dank sagte Herlich Marie Todsen-Reese Prof. Henrik Becker-Christensen für die einprägsamen Ausführungen.

Dänemark das Thema beim Europa-Gespräch im Eutiner Schloss / Gutes Verhältnis zu Deutschland

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06. Mai 2015, 15:19 Uhr

Dänemark kümmert sich intensiv um bessere Verkehrswege nach Mittel- und Südeuropa, hat aber derzeit keine großen Ambitionen, seine Währung von der Krone auf den Euro umzustellen. Das machte der dänische Generalkonsul Prof. Dr. Henrik Becker-Christensen beim 17. Europa-Gespräch im Schloss Eutin deutlich.

Bei der Volksabstimmung im Jahr 2000 hätten zwar 49 Prozent der Dänen für den Beitritt zum Euro-Verbund, jedoch 51 Prozent dagegen gestimmt. Eine neues Votum sei in nächster Zukunft nicht in Sicht. „Der Euro ist wohl mehr ein symbolisches Problem“, meinte Becker-Christensen in der Traditionsveranstaltung der Europa-Union.

Deren Kreisvorsitzende Herlich Marie Todsen-Reese begrüßte dazu rund 70 Gäste im Rittersaal. Unter dem Titel „Dänemark und Deutschland – Nachbarschaft und Partnerschaft im heutigen Europa“ referierte der Generalkonsul aus Flensburg mit Bezug auf das 60-jährige Bestehen der „Bonn-Kopenhagener-Erklärung“, die das einst angespannte deutsch-dänische Verhältnis in ein gutes Miteinander fügte.

Nach der Volksabstimmung 1920, aus der die heutigen Grenzen zwischen beiden Staaten hervorgingen, und der deutschen Besetzung Dänemarks im Zweiten Weltkrieg wurde zur Lösung des Minderheitenproblems beiderseits der Grenzen 1955 die Bonn-Kopenhagener Erklärungen unterzeichnet. „Die Zusammenarbeit beider Länder entwickelte sich von einem Gegeneinander über ein Nebeneinander zu einem Mit- und Füreinander“, zog Becker-Christensen Bilanz. Beide Länder seien nicht nur Mitglied in der Europäischen Union und in der Nato, sondern hätten auf dem Handelsweg dafür gesorgt, „dass das Miteinander heute so gut wie noch nie ist“.

So kooperieren Deutschland und Dänemark beispielsweise im Bildungsbereich durch gemeinsame Studienprogramme der Universität Flensburg und der Syddansk Universität in Sonderborg. Auch in der Behandlung von Krebspatienten und im Rettungsdienst arbeiteten die Länder eng zusammen. Dies werde auch bei Verkehrsprojekten angestrebt. „Die feste Fehmarnbelt-Querung (FBQ) hat in der dänischen Bevölkerung eine große Bedeutung“, betonte Becker-Christensen. Dänemark sehe große Perspektiven in der regionalen Entwicklung. „Die Fehmarnbelt-Querung wird unter allen Umständen gebaut, wenn auch etwas später.“ Als „Nabelschnur der dänischen Wirtschaft“ bezeichnete Becker-Christensen die A  7. Als wichtig für beide Länder sei das das Signal aus Berlin, die Rader Hochbrücke neu zu bauen.
„Eine gute Infrastruktur ist wesentlich für die Wirtschaftskraft beider Länder“, so der Generalkonsul weiter. Zu den Flüchtlingsströmen auf der Vogelfluglinie sagte Becker-Christensen: „Sie erfordern einen großen Zusammenhalt und gemeinsame Lösungen.“

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