Vorbild in Sachen Gewässerschutz

Die Richtung stimmt:   Minister Robert Habeck mit Verbandsvertretern beim Ortstermin  in Sieversdorf.
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Die Richtung stimmt: Minister Robert Habeck mit Verbandsvertretern beim Ortstermin in Sieversdorf.

Umweltminister Robert Habeck lobt Wasser- und Bodenverbände in Ostholstein

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22. Juli 2014, 11:04 Uhr

„Europa kann von Ostholstein lernen.“ In dieses dicke Lob mündete gestern eine Eloge von Umweltminister Robert Habeck (Grüne) auf die Maßnahmen, die von den Wasser- und Bodenverbänden zur Umsetzung der europäischen Wasser-Rahmenrichtlinie ergriffen werden.

Habeck ließ sich darüber von Verbandsvertretern wie Robert Muus (Ostholstein) und Gerd Schumacher (Schwentine) am Beispiel der Malenter Au informieren. Dort wurden Schöpfwerke demontiert, Flächen zur Reduzierung von Nährstoffauswaschungen extensiv bewirtschaftet, Bäume zur Beschattung gepflanzt.

Als vorbildlich hob Habeck danach vor allem die Bereitwilligkeit hervor, mit der Landwirte im Einzugsbereich der Schwentine gewässernahe Flächen für abgestimmte Naturschutz-Maßnahmen zur Verfügung gestellt hätten. Diese Einsicht, über Landtausch oder Ausgleichszahlungen beim langfristigen Schutz des Trinkwassers und der natürlichen Lebensbedingungen in Seen und Flüssen mitzuwirken, wünsche er sich überall im Land:. „Hier kann man sehen, wie es gemacht wird.“

Der Umweltminister verhehlte nicht, wie unzufrieden er mit dem stockenden Tempo bei der Erfüllung der EU-Vorgaben für Reinheit und Durchgängigkeit von Fließgewässern ist. Bis 2015 wie gefordert werde das nicht mehr zu schaffen sein, räumte Eckhard Kuberski vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) ein. Denn notwendige Ersatzflächen seien nicht mehr leicht zu beschaffen, weil die Bauern derzeit von ihren Äckern nichts mehr abgeben wollten. Dazu trügen die Flächenbindungen für Biogasanlagen und Verkehrsprojekte wie die Fehmarnbelt-Querung bei. „Wir können nicht jeden Preis mitgehen“, so Kuberski.

Doch Habeck will beim Gewässerschutz nicht klein beigeben. Er verwies auf seine Abmachung mit dem Bauernverband: Danach sollen bis zum Jahr 2017 an 600 km
Gewässern erster Ordnung jeweils zehn Meter breite
Abstandsstreifen zum Acker entstehen. Dieser Verzicht soll den Landwirten je nach Bodenqualität vergütet werden. Dies sei ein ehrgeiziges Programm, das dem Land, den Bauern und den Wasserverbänden viel Einsatz ab verlange. „Wenn das aber nicht funktioniert, dann gibt es eine politische Debatte, die die Landwirte nicht gewinnen werden“, appellierte Habeck an deren Einsicht.

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