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Ostholsteiner Anzeiger

21. November 2017 | 01:59 Uhr

„Von Skandinavien profitieren“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zehn Jahre Fehmarnbelt Business Council / Festakt im Kieler Landeshaus / Verständnis für die Einwände der Gegner und Kritiker

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2017 | 11:23 Uhr

Seit zehn Jahren engagiert sich die Wirtschaft in Norddeutschland, Dänemark und Südschweden im Fehmarnbelt Business Council (FBBC) für den Bau der Festen Fehmarnbelt-Querung. Bei einem Festakt im Kieler Landeshaus betonte FBBC-Vorsitzender Siegbert Eisenach vor mehr als 100 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung sowie zahlreichen internationalen Gästen, dass das Fehmarnbelt-Projekt nicht nur für Dänemark und Deutschland, sondern für ganz Europa wichtig wäre. „Mit ihm schließen wir eine Lücke im Transeuropäischen Netz. Wir wollen den Korridor auch zugunsten der Landesteile entwickeln, die zwischen den Metropolen Hamburg und Kopenhagen/Malmö liegen.“

Geht es nach Eisenach, sollten die Menschen in größeren Dimensionen denken: „Fehmarn liegt im Herzen Nordeuropas. Wir wollen Brücken bauen, auch wenn es ein Tunnel ist. Mit dem Bau des Tunnels wird das nordeuropäische Herz noch kräftiger schlagen, wenn die Kraftzentren noch näher aneinanderrücken. Wir wollen und können somit noch viel stärker von der unmittelbaren Nähe zu Skandinavien profitieren.“

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz dankte dem FBBC für die bisher geleistete Arbeit. Der Zusammenschluss der Wirtschaft sei von großer Bedeutung. „Er gibt der Region eine Stimme, die den Fokus auf die positiven Entwicklungen legt. Und das ist wichtig, denn sonst könnte der Eindruck entstehen, es gäbe nur Kritiker der Festen Fehmarnbelt-Querung. Das ist ja nicht der Fall“, sagte er. Durch den Bau des Tunnels entstehe eine dynamische Entwicklungsachse von Malmö bis nach Hamburg. Buchholz: „Das eröffnet neue Chancen wirtschaftlicher Zusammenarbeit, bietet Möglichkeiten wissenschaftlicher und kultureller Kooperation, erleichtert Ausbildungswege mit Stationen im Nachbarland und fördert einen gemeinsamen Arbeitsmarkt der Fachkräfte.“

Die feste Fehmarnbelt-Querung werde weit mehr sein als ein reines Verkehrsprojekt, das die steigenden Verkehrsmengen vor allem im Transportbereich in Zukunft aufnehmen werde. Sie werde ein sichtbares, in Beton gegossenes Zeichen engster Zusammenarbeit zwischen Dänemark, Schleswig-Holstein und Schweden sein. „Starke Regionen sollen sich so zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum entwickeln, unabhängig von nationalstaatlichen Grenzen. Und genau dafür ist die Fehmarnbelt-Region ein hervorragendes Beispiel“, betonte der Minister.

Wie positiv sich verbindende Bauwerke auf die Wirtschaft und die Region auswirkten, stellte Michael Svane, stellvertretender FBBC-Vorsitzender, heraus: „Mit der Brücke über den Großen Belt wurde Dänemark erst zu dem, was es heute ist. Erst durch die Brücke wuchs das Land zusammen, eine neue mentale Geografie entstand.“

Svane zeigte sich zuversichtlich, dass die deutsche Seite bald den Bau des Tunnels genehmige. Er habe Verständnis für die Einwände der Gegner und Kritiker, „Schon am Großen Belt haben wir die Bedenken der Umweltschützer aufgenommen und viele einzelne Schritte unternommen, um das Projekt zu optimieren“, sagte er. Im Nachhinein habe sich gezeigt, dass viele Befürchtungen sich nicht bewahrheitet haben.

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