zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 22:11 Uhr

Von Einbruch bis Körperverletzung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Polizei stellt Kriminalstatistik für Ostholstein vor / Mehr Straftaten im vergangenen Jahr, aber eine bessere Aufklärungsquote

Mehr Straftaten, aber eine bessere Aufklärungsquote: Der Kreis Ostholstein liegt bei der Kriminalitätsstatistik im Landestrend. Im vergangenen Jahr hat die Polizei 202  301 Delikte im Norden aufgenommen, 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr – in Ostholstein waren es 14  109 Verbrechen und Vergehen, ein Plus von 0,59 Prozent. „Das ist jedoch der zweitniedrigste Stand seit 2003“, sagte Heiko Hüttmann, Leiter der Polizeidirektion Lübeck, gestern in Lübeck bei der Vorstellung der Kriminalstatistik.

Wenn auch die Gesamtzahlen annähernd auf dem Vorjahres-Niveau geblieben sind, gibt es dennoch einige Auffälligkeiten. So ist die Zahl der Brandstiftungen um 42 auf 107 Fälle gestiegen. Das Plus von 64,6 Prozent „ist eine erhebliche Steigerung“, gab Hüttmann zu. Jedoch verbergen sich hinter den Zahlen meist keine große Brandserien wie zurzeit in Kiel. Es seien vielmehr eine Reihe von kleineren Kfz.-Bränden in Timmendorfer Strand und Umgebung gewesen, die in die Statistik eingeflossen sind, so Hüttmann. Und gerade diese Brandstiftungen konnten aufgeklärt werden.

Deutlich gestiegen waren auch die Fälle von Sachbeschädigungen in der Öffentlichkeit: Der Zuwachs von 223 Delikten auf insgesamt 727 Fälle (ein Plus von 44,2 Prozent) fuße jedoch in der Mehrheit auf Grafitti-Delikte, so Hüttmann.

Wenn auch nicht ganz so stark angestiegen (plus 6,27 Prozent), sind die Rauschgiftdelikte auf einem Höchststand. Die Statistik enthalte jedoch die zurzeit vermehrt aufgegriffenen Drogen-Schmuggler auf der Vogelfluglinie und nicht nur Konsumenten. „Wir wenden uns gezielt der Händlerszene zu“, sagte Hüttmann. Dennoch: Allein 900 Fälle drehten sich um Cannabis; bei Kokain und Heroin lagen die Fälle im zweistelligen Bereich.

Die gestiegene Zahl von Flüchtlingen, die im vergangenen Jahr in den Norden gekommen sind, sind weder in der Täter- noch in der Opferrolle auffällig geworden, so Hüttmann. Im Bereich der allgemeinen Kriminalität habe es keine Anzeichen für eine Steigerung von Delikten gegeben, sagt Hüttmann – und ergänzt: „Und wir möchten das auch nicht feststellen.“

Bei der Statistik sei generell zu berücksichtigen, dass „lediglich das kriminologische Hellfeld abgebildet wird“, so Hüttmann. Die Dunkelziffer bleibe außen vor.

Positiv merkte die Polizei jedoch noch an: Die Aufklärungsquote war landesweit mit 51,2 Prozent die höchste seit zehn Jahren. Auch in Ostholstein lag sie mit 50,4 Prozent auf einem vergleichbaren Niveau – 2013 hatte sie in der Region noch bei 49,2 Prozent gelegen.

zur Startseite

von
erstellt am 06.Mär.2015 | 09:51 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen