Vom Verbuddeln zum Verwerten

Feierten das 25-jährige Jubiläum (von links): Stephanie Ladwig, Hans-Herbert Pohl, Kreispräsident Peter Sönnichsen, Dr. Joachim Wege und Dr. Volkram Gebel.
2 von 2
Feierten das 25-jährige Jubiläum (von links): Stephanie Ladwig, Hans-Herbert Pohl, Kreispräsident Peter Sönnichsen, Dr. Joachim Wege und Dr. Volkram Gebel.

Die Abfallwirtschaft des Kreises Plön blickte anlässlich des 25-jährigen Bestehens auf den Umgang mit Müll – damals und heute

Avatar_shz von
07. Juni 2015, 10:19 Uhr

Der Tag der offenen Tür bei der Abfallwirtschaft wurde am Sonnabend zum Familienfest. Zur offiziellen Feierstunde anlässlich des 25-jährigen Bestehens kamen schon am Freitag zahlreiche Gäste.

Unter dem Motto „Rund um die Mülltonne“ informierten sich die Erwachsenen wie Wertstoffe aus Sperrmüll, Elektrogeräten, Altkleidern und Biomüll weiter verarbeitet und genutzt werden. Für den Nachwuchs standen Spiel und Spaß beim Papierschöpfen und in der Hüpfburg auf dem Plan. „Wir trennen Zuhause den Müll“, sagten die Geschwister Charlotte (10), Tobi (7) und Oliver (12), die mit ihren Eltern eigens aus Fiefbergen zum Familienfest kamen. Dass ihr Wissen um die Mülltrennung gut ist, bewiesen sie bei einem Spiel, bei dem unterschiedlicher Abfall in die richtigen Müllbehälter verteilt werden sollte.

Zu den Höhepunkten zählten die Rundfahrten mit dem „Mülltaxi“, eine „Fahrt“ gen Himmel mit einer Hebebühne und die im Stundentakt vorgestellten Kurz-Konzerte der Müllpiraten „Schock Orange“. Lang war auch die Schlange, um an einem Luftballon-Weitflugwettbewerb, bei dem es eine Ballonfahrt zu gewinnen gab, teilzunehmen. Ein echter Hingucker war der Vergleich zwischen einem gestrigen und einem heutigen Müllfahrzeug mit neuester Hebetechnik, das noch gar nicht auf dem Markt ist.

„Verbrauchen, verbuddeln und vergessen war die Divise“, erinnerte sich der ehemalige Landrat Dr. Joachim Wege, der zu den Gründungsvätern der Abfallwirtschaft zählt, bei der Feierstunde. Heute gelte das Motto „vermeiden, vermindern und verwerten“. Die stetig steigenden Abfallberge und die Deponien, die am Rande ihrer Kapazitäten lagen, seien 1987 die wesentlichen Gründe für eine gravierende Neuordnung der Müllentsorgung gewesen.

Als erster Kreis in Deutschland habe der Kreis Plön das Duale System eingeführt, so Wege weiter. Damit der Start reibungslos vonstatten gehen konnte, habe jeder Kreisbewohner die 30-seitige Fibel „Der grüne Otto“ mit allem Wissenswerten rund um die neue Müllentsorgung erhalten. Die wesentlichsten Veränderungen: Mehrere, mit farbigen Deckeln gekennzeichnete, eckige Mülltonnen mit Rädern statt nur einer runden Metalltonne. Eine Bilanz nach drei Jahren habe den neuen Weg bestätigt: Die Müllberge hatten sich um 34 Prozent reduziert.

„Ab 1990 begann ein anderes Bewusstsein“, zeigte Hans-Herbert Pohl, Vorsitzender vom Ausschuss für Bau, Umwelt- und Abfallwirtschaft des Kreises Plön die Entwicklung auf. Waren es zum Start der Abfallwirtschaft nur vier Mitarbeiter – der heutige Geschäftsführer Stephan Plischka, Klaus Götze, Dieter Döring und der inzwischen verstorbene Andreas Hessbrüggen –, sind heute 50 für die Abfallwirtschaft tätig.

„Der Kreis Plön ist in der Lage eine sehr geordnete, wirtschaftlich gesunde und nachhaltige Abfallwirtschaft zu führen“, betonte Landrätin Stephanie Ladwig und dankte neben den Mitarbeitern der vergangenen Jahre ihren Vorgängern, Dr. Joachim Wege und Dr. Volkram Gebel, für die gute Vorarbeit. 1990 habe der Kreis Plön noch rund 90  000 Tonnen jährlich auf der Deponie in Rastorf entsorgt, der heutige Restabfallanteil liege nur noch bei rund 23  000 Tonnen im Jahr – ein Rückgang etwa 75 Prozent.

Für die Zukunft hoffe Ladwig, dass die Abfallwirtschaft dazu beitragen könne, die eigenen Klimaschutzziele – beispielsweise im Bereich von Strom und Wärme sich vom Entsorger zusätzlich zum Versorger für den Kreis als Endverbraucher zu entwickeln – zu erreichen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen