Eutin : Vom Pony Express zur Datenautobahn

Etwa 200 Gäste nahmen gestern an der Matinee der Freunde der Landesbibliothek in der Sparkasse Holstein teil.  Fotos: michael kuhr
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Etwa 200 Gäste nahmen gestern an der Matinee der Freunde der Landesbibliothek in der Sparkasse Holstein teil. Fotos: michael kuhr

Matinee der Freunde der Eutiner Landesbibliothek bot eine literarische Zeitreise durch die Verkehrs- und Kommunikationsgeschichte

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25. Januar 2015, 16:59 Uhr

Mutige, junge Reiter beförderten um 1860 mit dem „Pony-Express“ die Post zwischen St. Joseph in Missouri und Sacramento in Kalifornien. Für einen Brief waren sie auf der rund 3000 Kilometer langen Strecke etwa zehn Tage unterwegs. Heute, 155 Jahre später, ist die Übermittlung einer Nachricht ohne Pony aber dafür am Computer mit einem Mausklick über die Datenautobahn in Sekundenschnelle erledigt.

Die Matinee der Freunde der Eutiner Landesbibliothek nahm gestern in der Kundenhalle der Sparkasse Holstein rund 200 Gäste mit auf eine literarische Zeitreise durch die Verkehrs- und Kommunikationsgeschichte. Für die Inszenierung sorgten Dr. Susanne Luber hinter den Kulissen sowie die Schauspieler Sabine Schindler und Julius Ohlemann auf der Bühne.

Als Zeuge und Opfer dieser schnellen Entwicklung zugleich sieht sich der Vorsitzende der Freunde der Eutiner Landesbibliothek, Klaus Schöfer (kl. Foto links). Von PC bis zur Waschmaschine werde immer alles schneller und besser. Es gehe aber auch viel schneller kaputt. Die Bücher in der Landesbibliothek aber hätten Bestand. Dort gebe es altes, aber nicht veraltetes Wissen zur Reflexion auf die Lebenswelt. Er begrüßte neben den Kreispräsidenten Ulrich Rüder (Ostholstein) und Peter Sönnichsen (Plön) auch Landrat Reinhard Sager als „stehts wohlwollenden Ja-Sager“.

Die Landesbibliothek ist öffentlich zugänglich, sagte Leiter Dr. Frank Baudach (kl. Foto links). Er wies auf rund 600 historische Bücher der Deutschen Post hin: „Ein Glücksfall – es sind historische Bücher aus der Reise- und Verkehrsgeschichte der Post ab 1690.“

Landrat Reinhard Sager wies – passend zum Thema – auf einen fertigen Businessplan der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein für ein schnelles Internet hin. Das Internet spiele eine wichtige Rolle. „Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit“, sagte Sager. Er dankte den Freunden der Landesbibliothek ebenso wie der Sparkasse Holstein mit ihrer Sparkassenstiftung für die Unterstützung. So werde der Kreis Ostholstein seinen Zuschuss für die Landesbibliothek erhöhen, um eine bedeutende Kartensammlung im Millionen-Wert fachgerecht zu erschließen. Außerdem kündigte der Landrat viele Veranstaltungen im Ostholstein-Museum, der Landesbibliothek und der Kreisbibliothek zur Landesgartenschau 2016 in Eutin an.

Höhepunkt des sich anschließenden Vortrags war wohl ein Beitrag von „Wagners Salon Quartett“. Regine Jepp hatte im seit 1802 digitalisierten Ostholsteiner Anzeiger endeckt, dass 1873 zur Eröffnung der Bahnstrecke zwischen Lübeck und Eutin ein extra komponierter „Eisenbahn-Galopp“ gespielt wurde. Dr. Susanne Luber suchte erfolgreich nach den Noten und Martin Karl-Wagner machte daraus ein Arrangement, das mit Applaus bedacht wurde.  

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