zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

23. November 2017 | 10:35 Uhr

Sierksdorf : Vom Mittelmeer an die Ostsee

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bauingenieurin Evangelia Sakka (27) aus Griechenland absolviert derzeit ein einjähriges Praktikum beim Zweckverband Ostholstein

von
erstellt am 16.Apr.2014 | 13:07 Uhr

Was tun, wenn man in einer Umgebung lebt, in der die berufliche Perspektive mehr als schwierig ist? Sich dem Schicksal ergeben oder nach Alternativen suchen? Evangelia Sakka ist Griechin, kommt aus Thessaloniki und stand in ihrer Heimat genau vor dieser Frage – trotz hervorragender Ausbildung. Die 27-Jährige ist Bauingenieurin, bekommt aber trotz ihrer guten Ausbildung keine Arbeit. Deswegen verließ sie wie viele andere junge Menschen ihre Heimat – und folgte damit dem Beispiel ihrer beiden Brüder. Sie haben in Frankfurt Fuß gefasst und erzählten ihrer Schwester vom Leben in Deutschland.

Bevor es losging, absolvierte die Diplom-Ingenieurin einen viermonatigen Intensiv-Deutschsprachkursus. „Mir war klar, dass ich ohne die Grundzüge der deutschen Sprache keine Chance auf dem deutschen Arbeitsmarkt haben würde“, berichtet die Griechin, die im September 2013 nach Deutschland kam und derzeit in Lübeck wohnt.

Als sie den Arbeitsmarkt sondierte, geriet dabei auch eine Stelle als Projektleiterin beim Zweckverband Ostholstein (ZVO) in ihr Blickfeld. Die Ausschreibung war für sie beruflich und landschaftlich reizvoll: Beruflich, weil die beschriebenen Aufgaben ihrem Profil entsprach; landschaftlich, weil Thessaloniki wie Ostholstein am Wasser liegt, auch wenn es in Thessaloniki bedeutend wärmer sei.

Für die Stelle fehlten Evangelia Sakka zwar noch zu sehr die (fach)sprachlichen Kenntnisse. Doch sowohl ZVO-Verbandsdirektor Heiko Suhren als auch Hanna Liedtke, Geschäftsbereichsleiterin des ZVO-Geschäftsbereichs Entwässerung, waren beeindruckt vom Auftreten der jungen Frau beeindruckt und boten ihr deshalb ad hoc ein Praktikum an, um fehlende Kenntnisse auszugleichen.

Seit Februar arbeitet die Griechen nun bei der ZVO Entwässerung. Sie unterstützt Reinhard Jäckel und Andreas Manzke bei Projekten im Pumpwerks- und im Schmutzwassernetzbereich. Rein fachlich gebe es dabei wenig Probleme, sagt Evangelia Sakka. „Ich habe davon profitiert, dass die griechischen Professoren an der Uni in Deutschland studiert hatten und die Themen sowohl im technischen als auch im rechtlichen Bereich entsprechend aufbereitet haben.“ Wo es in der Tat noch fehle, sei an Erfahrung und bei der konkreten Umsetzung von Projekten. „Aber die Kollegen hier sind sehr hilfsbereit und geduldig“, berichtet die Hobby-Seglerin.

Überhaupt ist Evangelia Sakka begeistert von dem, was sie in der kurzen Zeit in Ostholstein beruflich und im privaten Bereich schon erlebt hat. „Die Menschen hier sind wahnsinnig nett, die Landschaft ist toll, aber es gibt etwas, das Ostholstein von Thessaloniki unterscheidet. In Ostholstein kann man wunderbar Fahrrad fahren – in Thessaloniki ist das lebensgefährlich.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen