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Ostholsteiner Anzeiger

24. Juni 2017 | 08:56 Uhr

Vom Figürlichen zum Abstrakten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das Ostholstein-Museum zeigt „Marmor und Bronze“ des Bildhauers Pierre Schumann / Er wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden

Marmor ist das Material, das der Bildhauer Pierre Schumann nur zu gerne verwendete. Der 1917 in Heide in Dithmarschen geborene Künstler, der viele Jahrzehnte in Ostholstein lebte, wählte sein Arbeitsmaterial persönlich in Italien und Griechenland aus und schuf daraus Marmorskulpturen, die ihm später auch als Vorlagen für Bronzeplastiken dienten.

„Das Figürliche beherrschte Schumann perfekt“, sagt Dr. Julia Hümme, Leiterin des Ostholstein-Museums. Der Bildhauer habe ausgehend vom Figürlichen dann immer mehr abstrahiert. Elisabeth Schumann, eine Tochter des 2011 verstorbenen Bildhauers, nickt dazu und ergänzt: „...bis hin zum Geometrischen“.

Kleinformatige Arbeiten aus Marmor, Holz, Bronze und Onyx sind ab diesem Sonntag, 28. Mai, im Dachgeschoss des Ostholstein-Museums Eutin zu sehen. Die Eröffnung beginnt um 11.30 Uhr mit der Begrüßung durch Kreispräsident Ulrich Rüder. Anschließend wird Elisabeth Schumann aus Hamburg sprechen. Sie verwaltet mit ihren Geschwistern den Nachlass des Künstlers. Dann wird Dr. Thomas Gädeke in die Ausstellung einführen. Gädeke leitet die „Graphische Sammlung“ und verantwortet den Skulpturenpark der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf in Schleswig. Den musikalischen Beitrag wird Andreas Schumann, ein Sohn des Künstlers, erbringen. Der Gitarrist ist Lehrer an der Kreismusikschule Ostholstein.

Pierre Schumann arbeitete in Hamburg, bevor er sich 1976 in der Alten Schule in Sagau niederließ. Ein zweites Atelier betrieb der Künstler in Italien. Schumann schuf Objekte wie Mutter und Kind, Urmutter, Wisent, Stier und Möwen klein- wie großformatig. Viele seiner Marmorskulpturen sind im öffentlichen Raum in Ostholstein, Hamburg und andernorts zu finden. 1969 und 1978 erhielt er den 1. Preis der „Internationalen Biennale für Skulpturen (und Malerei)“. 1977 richtete Schumann das Internationale Bildhauer-Symposium im Eutiner Schlossgarten aus.

Die im Ostholstein-Museum gezeigten Objekte dürfen zwar nicht berührt werden, doch an einem nachgestellten Arbeitsplatz Schumanns sei das Anfassen erlaubt, sagt Julia Hümme. Die Ausstellung zum 100. Geburtstag von Pierre Schumann ist die dritte Schumann-Schau im Eutiner Museum. Sie ist bis zum 3. September dort zu sehen.


Das Ostholstein-Museum ist dienstags bis freitags von 11 bis 17 Uhr, sonnabends, sonntags und feiertags von 10 bis 17.30 Uhr geöffnet.

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erstellt am 27.Mai.2017 | 06:57 Uhr

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