Raubversuch? : Volleyballnetz über Straße nach Bosau gespannt

Zwischen diesen beiden  Bäumen hatten die Täter ein Volleyballnetz gespannt.  Fotos: Michael Kuhr
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Zwischen diesen beiden Bäumen hatten die Täter ein Volleyballnetz gespannt. Fotos: Michael Kuhr

Mitten in der Nacht hängt ein Volleyballnetz mitten über eine einsame Straße gespannt. Eine Falle von Räubern? Gefährlicher Unfug? Ein Polizeibeamter entdeckt das Netz rechtzeitig - und bewahrt drei weitere Autofahrer möglicherweise vor einem Überfall.

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04. November 2013, 05:45 Uhr

Bosau | Am Wochenende haben bisher unbekannte Täter auf der Gemeindestraße zwischen Bosau und Augstfelde (Ostholstein) in einem einsamen Waldstück ein schweres Volleyballnetz mit einem Drahtseil über die Straße gespannt. Ein Autofahrer erkannte schnell die Gefahr und rief die Polizei.

Es passierte Sonntagmorgen gegen 2.35 Uhr. Der Autofahrer, ein Polizeibeamter aus der Gemeinde Bosau, kam gerade vom Nachtdienst, als er in das Waldstück zwischen dem Golfplatz Waldshagen und der Gemeinde Bosau fuhr. „Hinter einer Kurve sah ich im Vorbeifahren links und rechts noch zwei Gestalten geduckt im Unterholz hocken“, erinnerte er sich. Dann kam auch schon in einer Senke ein quer zwischen zwei dicken Eichen über die Straße gespanntes Volleyballnetz auf ihn zu.

„Ich trat sofort auf die Bremse und stand mit dem Auto auch schon kurz vor dem Netz“, sagte der Polizeibeamte. Geistesgegenwärtig habe er sofort den Rückwärtsgang eingelegt und sei mit seinem Auto – wie in einem Krimi – geflüchtet. Aus sicherer Entfernung alarmierte er über Notruf sofort seine Kollegen. Zwei Beamte der Polizeizentralstation Eutin trafen etwa 15 Minuten später ein. Zwischenzeitlich verhinderte der Entdecker vor dem Waldstück, dass drei weitere Fahrzeuge in den Gefahrenbereich fuhren. Pures Glück, dass offenbar keiner aus der anderen Richtung kam.

Gemeinsam mit seinen Kollegen ging er an die Gefahrenstelle. Von den Tätern fehlte allerdings jede Spur. Lediglich das Netz war noch über die Straße gespannt. Wie sich später herausstellte, hatten die möglichen Täter auch die Verkehrsschilder zur Reduzierung der Geschwindigkeit verdeckt. Was sie genau planten und ob überhaupt ein versuchter Raub vorliegt, steht derzeit noch nicht fest. Klar ist, dass ein Auto durch das Volleyballnetz gestoppt worden wäre.  „Möglicherweise sollte es ein gefährlicher Unfug sein, für einen geplanten Überfall spricht wenig“, sagte hingegen ein Polizeisprecher der Direktion Lübeck. Jetzt wird wegen grober Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt. Die Polizei bittet um Hinweis unter 110.
 

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