German Blues Challenge : Volles Haus und große Stimmung

Überrascht und zu Tränen gerührt: Jessy Martens hatte nicht mit einer Auszeichnung als beste Sängerin gerechnet, die ihr Helge Nickel überreichte. Foto: marc dobkowitz
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Überrascht und zu Tränen gerührt: Jessy Martens hatte nicht mit einer Auszeichnung als beste Sängerin gerechnet, die ihr Helge Nickel überreichte. Foto: marc dobkowitz

Die Tommy Schneller Band gewinnt die German Blues Challenge. Abräumer des Abends sind allerdings Jessy Martens + Band.

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02. Oktober 2012, 11:50 Uhr

Eutin | Augen und Ohren richteten deutsche Bluesfans am Sonnabend auf Eutin. Im mit 300 Besuchern ausverkauften "Brauhaus" spielten fünf Bands um den Sieg bei der German Blues Challenge. Es war weit nach Mitternacht, als eine Fachjury die Tommy Schneller Band aus Osnabrück zur Siegerin kürte.

Der Erfolg in Eutin bedeutet für die sechs Musiker um den Saxophonisten Schneller eine Reise nach Toulouse: Dort vertreten sie 2013 Deutschland bei der European Blues Challenge. Dabei winkt die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb im Mutterland des Blues, in Memphis/USA. Der Verein Baltic Blues, Ausrichter der Eutiner Challenge, finanziert mit Hilfe von Sponsoren der Band den Auftritt in Frankreich.
Jessy Martens wurde völlig überrascht

In den Pausen zwischen den Wettbewerbsauftritten der fünf Bands wurden im Brauhaus die German Blues Awards in zwölf Kategorien verliehen. Abräumer bei den per Internet-Abstimmung entschiedenen Publikumspreisen war Jessy Martens mit Band. Die Hamburger Shooting-Stars standen gleich dreimal bei der Awards-Verleihung auf der Bühne. Sie erhielten die Auszeichnung als beste Band sowie für ihr aktuelles Album "Brand New Ride".

Völlig unvorbereitet traf die Frontfrau die Verleihung des Awards für den besten weiblichen Gesang, für den Joy Flemming und Inga Rumpf favorisiert waren. Helge Nickel hatte Martens unter dem Vorwand auf die Bühne gelockt, stellvertretend für die Preisträgerin die Auszeichnung entgegen zunehmen. Während die Konzertbesucher bereits bei der Laudatio die 24-Jährige als wahre Gewinnern erkannten, fiel Jessy Martens bei der Nennung ihres Namens aus allen Wolken und vergoss Freudentränen. Sie und die Band waren bereits den ganzen Abend von einem Team des NDR als einziger Vertreter Norddeutschlands an der Challenge begleitet worden.
Timo Gross spielte Gitarre mit der Zunge

Mit 300 Besuchern war das Brauhaus restlos ausverkauft. Neben Eutiner Gästen, zu denen auch der FDP-Landtagsabgeordnete Jens-Uwe Dankert und die stellvertretende Bürgermeisterin Elgin Lohse zählten, waren es viele Auswärtige, die vor der Bühne und auf der Galerie dem Blues lauschten. "Ich bin gespannt, was uns heute erwartet", sagte Lohse im Grußwort der Stadt, die 10.000 Euro zur Veranstaltung beisteuerte.

Unterschiedlicher hätten die fünf Teilnehmer der Challenge, ebenfalls durch Abstimmung im Internet ermittelt, nicht sein können. Alle gemeinsam ließen sie das Publikum mitgehen. Die Tommy Schneller Band brachten mit Saxophon, Trompete und Posaune den Swing, mit Jessy Martens wehte ein Hauch von Amy Winehouse durchs Brauhaus. So raunten es sich die Besucher zu, um dann bei der Timo Gross Band und dem Cologne Blues Club mitzusingen. Außergewöhnliches präsentierte Timo Gross auf der Gitarre, die er auch mit der Zunge spielte.

Gegen 1.30 Uhr morgens zogen die Veranstalter zufrieden Resümee: "Volles Haus, glückliche Preisträger und ein begeistertes Publikum - was will man mehr."

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